Das Hautkrebsrisiko steigt

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Schöne Aussichten? Viele genießen das Sonnenbad, machen sich aber zu wenig Gedanken um den Sonnenschutz

Immer mehr Menschen in Deutschland erkranken an Hautkrebs. Ärzte raten deswegen zum frühzeitigen Schutz auch schon vor der Frühlingssonne. Die ist in diesem Jahr schon so stark wie sonst erst im Hochsommer. Dadurch steigt das Hautkrebsrisiko deutlich.

 „Wir haben jährlich eine Zunahme von fünf Prozent bei Hautkrebs aller Arten – Tendenz steigend“, sagt der Leiter der Europäischen Hautkrebsstiftung, Professor Eggert Stockfleth. Trotz der wachsenden Akzeptanz des Hautkrebs-Screenings in der Bevölkerung unterschätzten viele Menschen die Gefahr durch zu viel Sonneneinstrahlung. Jahr für Jahr erkrankten in Deutschland etwa 240 000 Menschen neu an Hautkrebs.

„Die Hälfte von uns wird irgendwann einen hellen Hautkrebs haben“, sagt Stockfleth. Diese Form des Hautkrebses sei im Vergleich zum malignem Melanom (Schwarzer Hautkrebs) ungefährlicher, aber inklusive seiner Vorläuferform auch zehnmal häufiger. „Das Melanom ist der bösartigste Krebs überhaupt, den wir beim Menschen kennen, und der helle Hautkrebs ist der häufigste“, sagt Eggert Stockfleth. Dennoch gebe es den großen Vorteil, dass beide frühzeitig zu erkennen und auch zu behandeln seien.

Jeder Mensch solle an sein persönliches UV-Konto denken, betonen die Ärzte. „Da wird ein Leben lang eingezahlt, aber nie etwas ausgezahlt“, sagt Stockfleth. So könne nach 30 oder 40 Jahren irgendwann Krebs entstehen. Um diese Gefahr zu minimieren, sei Sonnenschutz durch Schatten, Kleidung und ausreichendes Eincremen – vor allem für Hellhäutige und Kinder – überaus wichtig.

„Wir konnten 2010 erstmals in einer Studie nachweisen, dass ausreichendes Eincremen nicht nur vor hellem Hautkrebs, sondern auch vor dem schwarzen Hautkrebs schützt“, sagt Claas Ulrich von der Berliner Charité. Allerdings liege hier auch das Problem: Eine Studie der Berliner bestätigte, dass durchschnittlich nur ein Viertel der benötigten Creme aufgetragen wird. Besonders häufig wurden hoch schützende Sonnencremes unterdosiert. „Dadurch war der Schutz oft noch geringer als bei denjenigen, die Cremes mit niedrigerem Lichtschutzfaktor aufgetragen hatten“, sagt Ulrich.

Erst kürzlich hatten Forscher vor einem Rekord-Ozonloch über der Arktis gewarnt. Die Zerstörung ist demnach in diesem Frühjahr so groß wie noch nie. (dpa)

Hautkrebs-Check ist kostenlos

Neben der Vorbeugung durch Sonnenschutz empfehlen Ärzte eine kostenlose Hautkrebs-Überprüfung. Gesetzlich Versicherte können sie ab 35 Jahren alle zwei Jahre kostenlos in Anspruch nehmen. Doch im vergangenen Jahr nutzte nur jeder Dritte das Angebot , sagen neueste Zahlen. (rpp)

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