Hautprobleme im Winter: Wenn Fingerkuppen einreißen

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Schutz für die Haut: Rissige und spröde Hände brauchen besondere Pflege.

Vor allem im Winter habe ich häufiger Probleme mit tiefen, mitunter blutenden Rissen an den Fingerkuppen - vor allem am Daumen. Dabei verwende ich regelmäßig Handcremes. Was kann ich tun?“, fragt Leserin Gitta T.

Solche lästigen Hautläsionen werden von Medizinern als „Pulpitis sicca“, trockenes Fingerkuppenekzem, bezeichnet. Die Neigung dazu ist genetisch bedingt. So können Kinder genauso betroffen sein wie Erwachsene, erläutert Dr. Walter Dubiel, Hautarzt im Medizinischen Versorgungszentrum Medikum in Kassel.

Auslöser können äußere Einflüsse sein, allen voran eine Austrocknung der Haut, etwa durch häufigen Kontakt der Haut mit Wasser, alkalischen Substanzen wie Waschmittel, Seife oder Zement und durch Kälte. Dies ist auch der Grund, warum die Pulpitis sicca viele vor allem im Winter quält.

Auch Handarbeit, bei der es zum Kontakt mit Holz oder Erde kommt, kann dazu führen, dass die Haut an den Fingern regelrecht aufplatzt. Bei manchen Betroffenen ist auch das Schälen von Zitrusfrüchten ein Auslöser, wie aus einer Gesundheitskolumne des Deutschen Grünen Kreuzes hervorgeht. Besonders betroffen sind die Finger, die am meisten beansprucht werden, also Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Die auch als Schrunden bezeichneten Risse können übrigens auch an den Zehen auftreten.

Atopisches Ekzem

Mediziner gehen davon aus, dass es sich bei der Pulpitis sicca um eine Sonder- oder Minimalform des atopischen Ekzems (Neurodermitis) handelt. Durch Schutz und Pflege der Hände kann man Läsionen an den Fingern vorbeugen (siehe Hintergrund). Falls dennoch Probleme auftreten, könne es bei kleineren Hautrissen helfen, die Wunde mit einem Pflastersteifen fest und luftdicht zu verschließen. So schaffe man ein Mikroklima, in dem die Haut besser und schneller heilen kann, lautet der Tipp des Dermatologen.

Betroffenen, die unter Juckreiz an den Fingerkuppen leiden, empfiehlt Dubiel, eine hydrocortisonhaltige Creme zu verwenden, die es freiverkäuflich in der Apotheke gibt. „Diese Creme sollte man fest einmassieren, damit sie tief in die Haut eindringen kann“, rät der Facharzt. (hei)

Hintergrund aufgeplatze Fingerkuppen

Menschen, die zu Schrunden an den Fingerspitzen neigen, sollten zur Vorbeugung Folgendes beachten:

• Tragen Sie im Winter Handschuhe.

• Tragen Sie bei allen Arbeiten mit Wasser Gummihandschuhe, auch z. B. beim Aufhängen von nasser Wäsche oder beim Haarewaschen. Wem Gummihandschuhe unangenehm sind, der kann darunter zusätzlich dünne Baumwollhandschuhe tragen.

• Behandeln Sie Ihre Hände vor allem im Winter regelmäßig mit Pflegeprodukten, die speziell für sehr trockene Haut geeignet sind. Probieren Sie verschiedene Cremes und Salben und finden Sie selbst dasjenige Mittel, das Ihnen am besten hilft.

• Beim Händewaschen sollte man zurückhaltend sein, rät Hautarzt Walter Dubiel. So sollte man Verschmutzungen der Hände und unnötiges Händewaschen möglichst vermeiden. Betroffene sollten die Hände mit warmem Wasser und - wenn nötig - auch einmal mit normaler Seife waschen.

• Die Hände sollte man immer sorgfältig abtrocknen.

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