Herz aus dem Takt

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Wenn das Herz nicht im Rhythmus bleibt, kommt der ganze Körper aus dem Takt. Egal, ob das Herz zu langsam, zu schnell oder mit einem Extraschlag arbeitet, die Folgen für den betroffenen Menschen sind oft gravierend und bedürfen der sofortigen Behandlung.

„Ein koordiniertes Schlagen von Vorhöfen und Kammern im richtigen Tempo ist am effektivsten“, weiß Internist und Chefarzt des Korbacher Krankenhauses Dr. Arved-Winfried Schneider. Denn sonst wird weniger Blut aus dem Herzen in den Kreislauf gepumpt. Nicht immer nehmen die Betroffenen ihre Rhythmusstörung wahr, doch oft sind Schwindel und Kurzatmigkeit aufgrund eines niedrigen Blutdrucks und eines erhöhten Pulses Anzeichen für diese Herzkrankheit. Ob eine Herzrhythmusstörung vorliegt und ob diese gefährlich ist, muss im Einzelnen immer ein Facharzt abklären. Einzelne Extraschläge werden oft besorgt wahrgenommen, sind aber häufig harmlos, andere Störungen hingegen werden kaum empfunden, können aber lebensbedrohlich werden.

Die schlimmste Form, die unbehandelt zum Tod führt, ist das Kammerflimmern, bei der winzige Kontraktionen des Herzmuskels nicht mehr genügend Blut in den Kreislauf pumpen und es zu einem Herzkreislaufstillstand kommt. Mit dem so genannten Vorhofflimmern können Patienten hingegen nicht selten jahrzehntelang gut leben. Die Gefahr hierbei besteht unter anderem darin, dass sich in den Herzhöhlen Gerinnsel bilden können. Wenn diese aus den Höhlen herausgeschleudert werden, kommt es zu Organinfarkten, insbesondere zu Schlaganfällen.

Die Auslöser

Die Auslöser der Störungen sind dabei so vielfältig wie die Rhythmusstörungen selbst. Zum einen können sie anatomisch bedingt sein, aber auch durch entzündliche Prozesse, also Infekte oder eine Autoimmunkrankheit hervorgerufen werden. Außerdem können eine koronare Herzerkrankung, Elektrolytstörungen und die Schilddrüse das Herz aus dem Rhythmus bringen. Die Behandlung hängt stark von der Form und Schwere der Erkrankung ab. Sie reicht von Medikamenten wie Betablockern und anderen Antiarrhythmika bis zur Katheterablation, bei welcher der Ort von Störimpulsen im Herzen ermittelt und anschließend verödet wird. Bei derartigen Eingriffen arbeitet das Stadtkrankenhaus Korbach eng mit dem Herzkreislaufzentrum Rotenburg zusammen.

Gesundheitsbewusst zu leben ist dabei der Tipp von Dr. Arved-Winfried Schneider um Herzrhythmusstörungen zu vermeiden. Um der Alterung des Herzmuskels und der Verschlechterung der Blutversorgung entgegenzuwirken, empfiehlt er eine gesunde mediterrane Ernährung, regelmäßigen Sport sowie eine gute Blutdruckeinstellung.

Zur Person

Dr. Arved-Winfried Schneider ist Chefarzt der Medizinischen Klinik am Stadtkrankenhaus Korbach. Der 53-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der Internist und Notfallmediziner hat in seiner Geburtsstadt Frankfurt studiert und auch gearbeitet, bevor er vor knapp zehn Jahren nach Korbach kam.

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