Hilfe bei Arthrose im Hüftgelenk

Gerade bei jüngeren Menschen ist bei einer Hüftgelenkoperation wichtig, so viel Knochen wie möglich zu retten. Foto: Fotolia

Bei einer herkömmlichen Hüftprothese wird sowohl der Hüftkopf als auch der Schenkelhals entfernt und durch eine gestielte Prothese ersetzt. Bei jüngeren Menschen und Patienten mit sehr festem Knochen ist es aber das Ziel der Mediziner, möglichst den gesamten Hüftkopf und den Schenkelhals zu erhalten.

Eine Möglichkeit dafür bietet der Oberflächenersatz (Hüftkappe), bei dem der Kopf des Hüftgelenkes nicht entfernt wird. Er wird stattdessen erhalten und durch eine Kappe überkront, ähnlich der Überkronung eines Zahnes. Der gesamte Oberschenkelhals bleibt somit komplett erhalten und lediglich die defekte und zum Teil abgeriebene Knorpeloberfläche des Hüftkopfes und der Gelenkpfanne wird ersetzt.

Dieses Vorgehen bietet für die Patienten einige Vorteile:

• Durch den Oberflächenersatz wird der überwiegende Teil des Hüftgelenkes erhalten. • Der natürliche Bewegungsablauf des Gelenkes wird erhalten, sodass die uneingeschränkte Beweglichkeit des Hüftgelenkes wieder möglich ist. Dadurch ist eine frühzeitige Vollbelastung und eine frühzeitige Rückkehr in das Berufsleben wie auch eine sportliche Belastung möglich. • Durch die verwendeten Materialien ist der Verschleiß der Prothesenoberflächen eher unwahrscheinlich, was eine deutliche Haltbarkeit des Gelenkersatzes erwarten lässt. • Bei der Operation über einen gewebeschonenden Zugang werden für die Gelenkfunktion wichtige Strukturen weitestgehend geschont. Damit wird eine Gehfähigkeit bereits nach zwei bis drei Tagen erreicht. Eine Berufsausübung ist oft nach sechs bis zehn Wochen wieder möglich. • Eine Beinlängendifferenz, Oberschenkelbeschwerden und ein Auskugeln des Gelenks treten in der Regel nicht auf.

Behandlung bis 62 Jahre möglich

Nicht für alle ist der Oberflächenersatz jedoch geeignet. Es werden überwiegend jüngere Patienten mit guter Knochenqualität auf diese Weise behandelt. Wer dafür in Frage kommt, bestimmen die Ärzte vor der Operation durch eine exakte Knochendichtemessung an beiden Hüftgelenken und an der Wirbelsäule. Männer, die älter als 70 und Frauen, die älter als 62 Jahre sind, kommen generell nicht für diese Behandlungsmethode infrage. Anders ist das bei Patienten mit angeborenen und frühzeitig erworbenen Gelenkerkrankungen des Hüftgelenkes.

Ein Oberflächenersatz am Hüftgelenk zeigt laut Orthopäde Dr. Markus Schramm aus Rotenburg bei bisherigen Nachuntersuchungen nach zehn Jahren bereits so gute Ergebnisse, das die Haltbarkeit vergleichbar mit Standardprothesen ist. „Der wesentlichere Vorteil besteht darin, das im höherem Lebensalter immer noch die Rückzugsmöglichkeit möglich ist, das heißt der Einsatz eines Standardhüftgelenkes“, sagt er.

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