Die Hilfe kommt auf Knopfdruck

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Hausnotrufsystem: Alexander Plewa vom Deutschen Roten Kreuz Kassel zeigt einen Sender, den der Nutzer umhängen oder wie eine Uhr tragen kann, und ein Tischgerät.

Ein Moment der Schwäche, ein Sturz, für Stunden hilflos am Boden liegen. Diese Erfahrung geht oft der Anschaffung eines Hausnotrufsystems voraus. „Wer stürzt und hilflos liegen bleibt, kann nur darauf hoffen, dass ihm der Zufall hilft“, sagt Alexander Plewa vom Deutschen Roten Kreuz in Kassel.

Oft sind es Nachbarn, die Alarm schlagen, wenn beispielsweise die Rollos nicht zur gewohnten Zeit oben sind.

In der Region Nordhessen verlassen sich mehr als 4000 Menschen lieber auf das Hausnotrufsystem des Deutschen Roten Kreuzes. Allein in Kassel sind 1200 Haushalte mit dem System ausgerüstet.

Die Leistungen sind individuell vereinbar

Zu den Grundleistungen gehört eine Basisstation sowie ein Sender, den der Nutzer wahlweise an einem Band um den Hals oder wie eine Uhr am Handgelenk tragen kann. Im Notfall drückt er auf einen roten Knopf. Das löst ein Signal in der DRK-Hausnotrufzentrale in Kassel aus. Die Mitarbeiter entscheiden individuell, was sie weiter veranlassen. Mal reicht es, einen Nachbarn oder Angehörige zu informieren. Oder es werden Hausarzt beziehungsweise Pflegedienst informiert. Im Akutfall wird der Rettungsdienst alarmiert.

Die Dienstleistungen rund um das Hausnotrufsystem können individuell vereinbart werden. Sie reichen von der Basisleistung über die Hinterlegung eines Wohnungsschlüssels beim DRK bis hin zur Kombination des Notrufsystems mit Zubehör wie einem Sturzmelder.

Wer mag, kann über eine Tagestaste mit der Notrufzentrale in Verbindung bleiben. Ein- bis zweimal täglich betätigt der Nutzer diese Taste und signalisiert damit, dass alles in Ordnung ist. Bleibt das Signal aus, werden die DRK-Mitarbeiter aktiv und setzen sich mit dem Nutzer in Verbindung.

Auch für unterwegs gibt es ein Notrufsystem, das über Satellit den Standort ermittelt und weiterleitet.

Zentrale hilft weiter

In der Notrufzentrale sind die Daten des Teilnehmers am Notrufsystem erfasst. Zusätzlich zu den Personalien erhalten die Mitarbeiter auf einen Blick Einsicht in Grunderkrankungen und Besonderheiten wie Sturzgefährdung. Die Kontaktdaten von Angehörigen, Hausarzt und anderen Personen sind ebenfalls gespeichert. Eine Karte gibt eine Übersicht über die Standorte der Kontaktpersonen und des Nutzers.

Ein DRK-Mitarbeiter berät Interessenten zuhause, welche Leistungen im Einzelfall sinnvoll sind. Er erklärt auch die Funktionsweise des Gerätes.

Für die Beratung im Vorfeld, die Einrichtung des Hausnotrufs und den Kundenservice wurde das Notrufsystem des DRK aktuell Testsieger bei einer Prüfung durch die Stiftung Warentest.

Im Notfall geht es um Zeit. Alexander Plewa spricht von der goldenen ersten Stunde: „Je schneller jemand Hilfe bekommt, desto geringer sind die Spätfolgen wie beispielsweise Unterkühlung.“

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