Kniearthrose gehört zu den häufigsten Volkskrankheiten – Grund: Kniegelenke sind starken Belastungen ausgesetzt

Hilfe, wenn das Knie schmerzt

Schmerzen im Knie: Ursachen einer Kniearthrose können neben altersbedingten Abnutzungserscheinungen auch falsche Belastungen des Kniegelenkes durch Fehlstellungen oder Übergewicht sein. Foto:  Fotolia

An einer Kniegelenksarthrose sind Verschleißerscheinungen am Kniegelenk schuld. Neben den Knorpelflächen können der gelenkbildende Knochen, die Gelenkkapsel sowie die Muskulatur betroffen sein.

„Die Ursachen für das Auftreten einer Kniearthrose sind hauptsächlich Abnutzungserscheinungen, die durch das Aufreiben des Gelenkknorpels, der als Gleitschicht die knöcherne Gelenkfläche überzieht, entstehen“, erklärt Dr. Winfried Schratz, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie an der Helios Albert-Schweitzer-Klinik Northeim. „Dabei handelt es sich in erster Linie um eine völlig normale Begleiterscheinung des Alters, vergleichbar mit dem Altern der Haut“, fügt er hinzu.

„Das Kniegelenk ist ein hoch beanspruchtes und kompliziert aufgebautes Gelenk. Es reagiert auf minimale Veränderungen in Anatomie und Funktion sehr empfindlich.“

Dr. Winfried Schratz

Neben diesen, durch allgemeine Alterungsprozesse bedingten Arthrosen, gibt es auch solche, die auf fehlerhafte Belastungen des Kniegelenkes zurückzuführen sind, wie zum Beispiel X- oder O-Beine, Übergewicht oder schlecht verheilte Knochenbrüche. Arthrosen können darüber hinaus ihre Ursache in Verletzungen des Kniegelenkes haben sowie in unfallbedingten Knorpelbrüchen. Außerdem können Stoffwechselstörungen wie zum Beispiel Zucker, Gicht sowie rheumatische Erkrankungen zu einer Kniegelenkarthrose führen.

Verbesserung der Lebensqualität

„Das Kniegelenk ist ein hoch beanspruchtes und kompliziert aufgebautes Gelenk. Es reagiert auf minimale Veränderungen in Anatomie und Funktion sehr empfindlich“, erläutert Dr. Schratz. „Eine Kniegelenksarthrose wird sehr häufig von Schmerzen begleitet. Sie beginnt zuerst mit leichten Bewegungsschmerzen und endet dann in Ruheschmerzen, Bewegungseinschränkung, Schwellungen sowie einer Gelenkdeformierung“, ergänzt er.

Schmerzen lindern

Zur Therapie erläutert Dr. Schratz: „Die Behandlung der Arthrose zielt in erster Linie darauf ab, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu bekämpfen, Beweglichkeit zu erhalten, Behinderungen zu minimieren – und in letzter Konsequenz: Die Lebensqualität auf längere Sicht nachhaltig zu verbessern.“

Die Art der Behandlung ist abhängig von den Ursachen, dem Alter sowie dem Schweregrad der Arthrose und muss von Fall zu Fall entschieden werden.

Es stehen unterschiedliche Behandlungsmethoden zur Verfügung. Leichtere Formen der Arthrose werden konservativ behandelt. „Das Kniegelenk wird mit entzündungshemmenden Medikamenten therapiert. Ein Kniegelenkerguss wird eventuell abpunktiert, in das Gelenk können dann entzündungshemmende Medikamente injiziert werden“, erläutert der Chirurg die Details der Behandlung. Neben der medikamentösen Behandlung sind physikalische Therapien möglich.

Sofern die konservative Behandlung nicht mehr ausreichend ist, stehen verschiedene operative Verfahren zur Verfügung. Im Rahmen einer Kniegelenkspiegelung kann der Knorpel geglättet werden oder es können Reize gesetzt werden, die das Knorpelwachstum stimulieren. Bei Achsenfehlstellungen halten korrigierende Eingriffe das Fortschreiten der Arthrose auf oder verlangsamen es. Sofern diese gelenkerhaltenden Eingriffe nicht mehr erfolgversprechend sind, muss ein Kunstgelenk (Endoprothese) implantiert werden.

Der richtige Ansprechpartner

Die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie unter der Leitung von Dr. Winfried Schratz an der Helios Albert-Schweitzer-Klinik Northeim ist auf die operative stadiengerechte Arthrosebehandlung spezialisiert. (nh)

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