Hirnveränderungen bei gewalttätigen Jugendlichen

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Bei gewalttätigen Kindern und Jugendlichen sind zwei bestimmte Hirnregionen unterentwickelt. Dadurch können die Heranwachsenden sich schwer in andere Menschen hineinversetzen und deren Gefühle nur schlecht einschätzen. Dies ist das Resultat einer britischen Studie.

Unklar ist allerdings, ob die Hirnveränderungen Ursache oder Folge der Verhaltensstörung ist. In Großbritannien gelten etwa fünf Prozent der Heranwachsenden als extrem aggressiv und schlecht in Gruppen integrierbar. Bislang dachte man, dass diese Kinder und Jugendlichen unsoziales Verhalten durch Nachahmen erlernen.

Die neue Studie stellt diese Vermutung in Frage. Die Hirnforscher der Universität Cambridge untersuchten die Gehirne von 65 verhaltensauffälligen und 27 anderen Jungen. Bei den gewalttätigen Teilnehmern waren die beiden Regionen Insula und Amygdala, die für das Erkennen und Verarbeiten von Emotionen wichtig sind, deutlich kleiner als bei der Kontrollgruppe - und zwar unabhängig davon, ob die Verhaltensstörung schon in der Kindheit oder erst in der Jugend begonnen hatte.

Je ausgeprägter die Verhaltensprobleme der Heranwachsenden, desto stärker war dieser Unterschied zu den anderen Gleichaltrigen.

Möglicherweise, so spekulieren die Forscher, entstehe unsoziales Verhalten nicht durch Nachahmen anderer, sondern durch Veränderungen im Gehirn. Nun müsse man prüfen, ob die auffälligen Hirnstrukturen Ursache oder Folge der Verhaltensstörung seien. (dapd)

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