Hochglanz kommt vor dem Fall

Seniorinnen erledigen oft bis ins hohe Alter die Hausarbeit allein: Das spiegelt sich auch in den Unfallzahlen wieder. Etwa sechs von zehn tödlich verunglückten Senioren waren weiblich. Foto: DSH/nh

Im Winter putzen viele nur das Nötigste. Fürs große Reinemachen fehlt oft einfach der Elan. Mit den ersten warmen Tagen wendet sich das Blatt: Die Sonne leuchtet auch die dunklen Ecken gut aus, und die Fenster können eine ganze Weile offen stehen, ohne dass der Kältetod droht.

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Beim Frühjahrsputz sollten betagtere Hausfrauen und -männer aber das Unfallrisiko nicht unterschätzen, warnt Susanne Woelk von der Aktion Das Sichere Haus (DSH). Weil die Routine fehlt, bewerten viele die Gefahren falsch. Eine Liste der häufigsten Unfallursachen:

Gardinen

Nasse Gardinen sind schwer. Senioren sollten das Gewicht des Stoffs nicht unterschätzen, wenn sie die Vorhänge nach dem Waschen noch nicht ganz trocken wieder aufhängen. Oben auf einer Leiter, die Hände über dem Kopf und in dieser Situation die Kraft verlieren – da ist der Sturz fast vorprogrammiert. „Ruhig einfach mal den Nachbarn um Hilfe fragen“, rät Woelk in diesem Fall. Ist das unangenehm, empfiehlt die Expertin ein Tauschgeschäft: „Für eine Stunde Gardinen aufhängen kann man ja eine Stunde Babysitten anbieten.“

Hektik

„Nicht zu viel vornehmen“, rät Woelk. Ein gutes Zeitmanagement vermeide schon die meisten Unfälle. Viele kalkulieren zu wenig Zeit für Putzaktionen, die sie sonst nie machen, etwa beim Ausputzen der Hängeschränke in der Küche. Raubt das deutlich mehr Zeit als gedacht, kommt Hektik auf, und Hektik macht fahrlässig. „Und dann stellt man schnell einen Fuß auf den Stuhl und den anderen auf die Arbeitsfläche“, sagt Woelk. Ein Sturz sei dann oft nicht mehr weit. „Rund 80 Prozent aller tödlichen Haushaltsunfälle sind Stürze“, sagt Woelk.

Equipment

Stürze könne auch verhindern, wer nur auf die Dinge steigt, die dafür auch gebaut wurden. Stühle, Hocker oder die Fensterbank sind tabu. Leitern oder Tritte seien sicherer. Auch beim übrigen Putz-Equipment lassen sich Unfälle vermeiden – und zwar allein dadurch, dass es vor der Putzaktion parat steht. Wer zwischendurch einkaufen muss, ist irgendwann genervt und wird hektisch.

Pfützen

Unfälle in der Ebene nennen Experten die Haushaltsunglücke, für die man gar nicht erst auf einen Hocker steigen muss. Den Mopp etwas zu nass aus dem Wischeimer gezogen, und schon ist eine Wasserlache da. Sichtbar ist die oft nicht, und man rutscht leicht aus. Kleine Pfützen werden daher besser sofort trockengelegt. (tmn)

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