Hochrisikopatienten - Das RKH ist gut gerüstet

Die deutsche Bevölkerung wird immer älter: Für die medizinische Versorgung stellen diese Senioren eine besondere Herausforderung dar – sie sind häufig Hochrisikopatienten. Am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel (RKH) ist man für die speziellen Bedürfnisse alter Menschen optimal vorbereitet.

Kürzlich wurde mit einer 105-jährigen blinden Patientin, die sich bei einem Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hatte, ein gutes Beispiel für eine Hochrisikopatientin in die Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des RKH eingeliefert. „Das RKH ist für die Behandlung von multimorbiden Hochrisikopatienten optimal gerüstet. Wir verfügen über eine ausgesprochen hohe Expertise, da wir uns interdisziplinär auf die Patienten eingestellt haben und sehr viele hochbetagte Patienten behandelt haben. Sie gehören für uns zum Klinikalltag“, so Professor Dr. med. Werner Konermann, Chefarzt der Klinik. Trotz des altersbedingt allgemein schlechten Gesundheitszustandes der Frau war ihre erfolgreiche Behandlung und Entlassung durch die engagierte interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegepersonal und Krankengymnasten möglich.

Das Altern ist ein unaufhaltsam fortschreitender Prozess, den auch Anti-Aging-Programme auf Dauer nicht verhindern können. Wie agil man sich an seinem Lebensabend auch fühlen mag, der Körper hat einiges seiner früheren Kraft eingebüßt. „Dies betrifft insbesondere die körpereigenen Möglichkeiten zur Selbstheilung und Regeneration“, sagt Professor Konermann. „In jungen Jahren ist die Heilung eines Knochenbruchs noch eine Kleinigkeit, im hohen Alter kann er zur gefährlichen Herausforderung werden.“ Experten prognostizieren, dass die Entwicklung einer alternden deutschen Gesellschaft noch zunehmen werde. Schon heute kommt es in einem voll belegten Dreibettzimmer im RKH mindestens einmal im Monat vor, dass ein Altersdurchschnitt von 100 Jahren vorliegt. Eine dem Lebensalter angepasste spezialisierte Therapie ist demzufolge ein sehr wichtiger Aspekt in der medizinischen Behandlung wie auch der Pflege. Um die Kompetenz des RKH auch an niedergelassene Ärzte weiterzugeben, fand im Rahmen dieses Themas die 2. Kasseler Orthopädie- und Unfallchirurgie Tagung des RKH statt. „Es ist wichtig, sich zukunftsorientiert an gesellschaftlichen Veränderungen zu orientieren, das gilt insbesondere für den medizinischen Bereich“, erklärt Professor Konermann. (nh)

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