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Hochverarbeitete Lebensmittel: Zusatzstoffe können der Gesundheit erheblich schaden

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Von: Helena Gries

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Zusatzstoffe in sogenannten hochverarbeiteten Lebensmittel sind Studien zufolge gefährlich für unsere Gesundheit. Doch was genau steckt eigentlich dahinter?

Kassel – Verbraucherinnen und Verbraucher haben es immer schwerer: Die Lebensmittel in Supermarkt und Discounter werden nicht nur teurer, sondern auch ungesünder. Beim Einkauf bei Lidl, Rewe, Edeka und Co. greifen wir mehr und mehr zu sogenannten hochverarbeiteten Lebensmitteln. Sie werden immer beliebter und nahezu regelmäßig von uns konsumiert, dabei können sie der Gesundheit durch bestimmte Zusatzstoffe erheblichen Schaden zufügen. Doch wie genau beeinflussen sie unsere Ernährung und was fällt darunter?

Zu hochverarbeiteten Lebensmitteln zählen unter anderem Produkte wie Fertiggerichte, Wurstwaren, industriell gefertigtes Brot und Gebäck, Schokolade und Chips, aber auch Softdrinks, Molkereiprodukte oder Müsliriegel, Cornflakes, Kekse oder Tiefkühlgerichte, wie man sie in den Regalen bei Aldi, Edeka, Netto und Co. findet. Diese Produkte enthalten oft Zusatzstoffe und gelten daher als ungesund. Expertinnen und Experten zufolge enthalten hochverarbeitete Lebensmittel nur wenig gesunde Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Eiweiß und Ballaststoffe, dafür aber viel Zucker, Fett und Salz.

Hochverarbeitete Lebensmittel: Studien belegen ungesunde Inhaltsstoffe

Zahlreiche Studien belegen bereits, dass viele Nahrungsmittel nicht nur dick, sondern auch krank machen können. Sie können sogar das Leben verkürzen. Durch künstliche Zusatzstoffe soll der Geschmack der Lebensmittel verstärkt werden, sie sollen dadurch besser aussehen oder länger haltbar sein. Doch je mehr Zusatzstoffe in den Lebensmitteln stecken, die Verbraucher in den Regalen bei Lidl, Aldi, Rewe, Edeka und Co. finden, desto ungesünder und gesundheitsschädlicher ist das Produkt. Berichten des NDR zufolge gilt inzwischen jedes zweite Produkt aus dem Lebensmittelhandel als hochverarbeitet und ist daher potenziell als gesundheitsschädlich einzustufen.

Lebensmittel liegen in einem Supermarkt in einem Einkaufswagen.
In vielen Produkten im Supermarkt-Regal stecken ungesunde Zusatzstoffe. Sogenannte hochverarbeitete Lebensmittel können der Gesundheit erheblich schaden. (Symbolbild) © Hendrik Schmidt/dpa

Lebensmittel, die nicht überwiegend frisch oder roh verkauft werden, enthalten zahlreiche Extrakte, Zusätze und Konservierungsstoffe. Der Ernährungsforscher Professor Carlos A. Monteiro von der Universität São Paulo in Brasilien hat bereits im Jahr 2009 eine Abhandlung über die Art unserer heutigen Ernährung veröffentlicht. Demzufolge gehe es bei gesunder Ernährung weniger um die Lebensmittel und die darin enthaltenen Nährstoffe, sondern vielmehr um den Grad ihrer Verarbeitung. Er prägte mit seiner Abhandlung den Begriff „ultra-processed food„, kurz „UPF“, also hochverarbeitete Lebensmittel.

Zusatzstoffe in Lebensmitteln machen krank: Forschende erstellen Klassifikation

Das Team der Forschenden um Monteiro hat außerdem die sogenannte NOVA food classification für Lebensmittel eingeführt, die sich in vier Stufen gliedert, je nach Grad der Verarbeitung der Lebensmittel:

Stufe eins: un- oder wenig verarbeitete Produktefrisches Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier oder Milch sowie Trockenobst, Tiefkühlgemüse, gefrorener Fisch
Stufe zwei: bereits verarbeitete LebensmittelButter, Öl, Mehl, Salz und Zucker
Stufe drei: Lebensmittel aus Stufe eins, die durch Kochen, Backen, Fermentieren oder Konservieren haltbarer gemacht oder im Geschmack verändert wurdenverarbeitete Produkte mit wenigen Zutaten wie Käse, Brot, Schinken, Nudeln, Dosentomaten oder Räucherfisch
Stufe vier: hochverarbeitete Lebensmittel, die mehrere Verarbeitungsschritte durchlaufen haben und viele Zutaten und Zusatzstoffe enthaltenWurstwaren, Fleischprodukte, Backwaren, Trockensuppen, Softdrinks, Eiscreme, Süßigkeiten sowie Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza

Ernährungsstudien mit dieser Einteilung machen deutlich, dass der häufige Verzehr von Lebensmitteln der Stufe vier die Lebenserwartung deutlich verkürzen kann. Wer sich gesund ernährend will, sollte also Produkte der Stufe vier möglichst meiden.

Hochverarbeitete Lebensmittel: Zusatzstoffe können gefährliche Krankheiten hervorrufen

Diese hochverarbeiteten Lebensmittel können nicht nur den Blutzuckerspiegel erhöhen und Diabetes fördern, die enthaltenen Süßstoffe können zu einem Reizdarm führen und verarbeitetes Fleisch kann langfristig das Darmkrebsrisiko erhöhen. Der häufige Verzehr dieser Produkte kann außerdem Entzündungen fördern, die Zusammensetzung unserer Darmflora verändern und zu einer Übersäuerung des Stoffwechsels führen. Studien zufolge können hochverarbeitete Lebensmittel Energie rauben, müde machen sowie die Konzentrationsfähigkeit und das Körpergefühl beeinträchtigen.

Eine weitere Studie unter Beteiligung von Fachleuten der Tianjin Medical University in China und der schwedischen Lund University in Malmö hat den Zusammenhang zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln und der Demenz-Inzidenz untersucht. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Neurology“ publiziert. Die Forschenden fanden heraus, dass hochverarbeitete Lebensmittel mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden sind. Außerdem kamen sie zu dem Ergebnis, dass der Ersatz dieser Lebensmittel durch gesunde Alternativen das Demenzrisiko senken kann.

Ungesunde Lebensmittel: So klappt eine Ernährung mit wenig hochverarbeiteten Produkten

Eine gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen, Nährstoffen, Mineralien und Spurenelementen ist wichtig. Sicherlich kann man in der Hektik des Alltags nicht immer komplett auf hochverarbeitete Lebensmittel verzichten. Mit einigen Tipps kann man den Konsum dieser ungesunden Produkte jedoch reduzieren.

Beim Einkauf bei Lidl, Rewe, Edeka, Aldi und Co. sollten Verbrauchende beispielsweise darauf achten, Lebensmittel so oft es geht frisch zu kaufen und auch frisch zu verarbeiten. Müsli oder Marmelade kann man heutzutage mit zahlreichen leckeren Rezepten aus dem Internet ohne viele Zusatzstoffe selbst machen. Außerdem sollte es vermieden werden, Produkte zu kaufen, die aus mehr als fünf Zutaten bestehen. (hg)

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