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Höherer Puls bei Hitze? Wie die Temperaturen den Herzschlag beeinflussen – Sportler sollten eine Regel kennen

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Von: Juliane Gutmann

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Die Sonne lacht: Im Sommer macht das Training den meisten mehr Spaß als im Winter. Doch hohe Temperaturen können unseren Körper immens belasten und den Puls in die Höhe treiben.

Die Sonnenanbeter unter uns können nicht genug bekommen vom Sommer. Endlich keine lästige Jacke mehr anziehen, bis in die Puppen im Freien sitzen und die Stempelkarten in der Eisdiele voll machen: Ein Traum für viele, der am besten nie zu Ende gehen soll. Doch die heißen Monate haben auch ihre Schattenseiten. So steigt etwa das Risiko, einen Hitzschlag zu bekommen, enorm. Und auch Kreislaufprobleme nehmen zu, wenn das Thermometer die 30 Grad Celsius-Marke übersteigt.

Um die Wärme auszugleichen, hat unser Körper aber allerhand Regulationsmechanismen in Petto. So sondern Schweißdrüsen Flüssigkeit ab, um den Körper herunterzukühlen. Außerdem sorgt Hitze dafür, dass sich die Blutgefäße erweitern. Dadurch gelangt mehr Blut in die Haut, was zur Folge hat, dass körpereigene Wärme an die Umgebung abgegeben wird. Geweitete Blutgefäße führen auch dazu, dass der Blutdruck sinkt. Und das kann zu potenziell gefährlichen Kreislaufproblemen führen. Daher sollten vor allem Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Ältere regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren und Auffälligkeiten mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Wo der Blutdruck bei Hitze sinken kann, berichten viele über einen erhöhten Puls im Sommer. Was das bedeuten kann, lesen Sie weiter unten.

Paar joggt zusammen über eine Wiese
Ihr Puls ist während der Sommermonate höher während des Trainings? Damit sind Sie nicht allein. © B. Leitner/Imago

Der optimale Puls: Dieser Wert sollte nicht geknackt werden

Was ist eigentlich mit „Puls“ gemeint? Die Deutsche Herzstiftung definiert ihn folgendermaßen: „Als Puls bezeichnet man die Pulswellen, die sich pro Minute an den Arterien – meist am Handgelenk – messen lassen. Sie entstehen durch die Bewegung des Blutes, das bei jedem Herzschlag gegen die Arterienwände gedrückt wird. In der Regel entspricht der Puls der Herzfrequenz, also dem Herzschlag pro Minute“. Der optimale Ruhepuls eines gesunden Erwachsenen liege bei 60 bis 70 Schlägen pro Minute, wie Dr. Barbara Richartz, niedergelassene Kardiologin in München, im Apotheken Umschau-Interview erklärt. „Die Ruheherzfrequenz ist etwas sehr Individuelles. Solange sie aber unter 90 Schlägen pro Minute liegt, ist das in Ordnung“, so die Herzexpertin weiter. Schlägt das Herz bei Erwachsenen mehr als 100 Mal pro Minute, sprechen Mediziner von Tachykardie, umgangssprachlich auch Herzrasen genannt.

Generell gilt dem Mitteldeutschen Rundfunk zufolge: Je niedriger der Puls, desto besser, solange er nicht unter 50 sinkt. Schon ein Ruhepuls von mehr als 70 Schlägen pro Minute gehe mit einem 60 Prozent höheren Risiko für einen vorzeitigen Tod einher, heißt es weiter.

Ursachen für hohen Puls

Ein erhöhter Puls kann verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen:

Schneller Puls während des Trainings: Hitze steigert Risiko

Sport bei Hitze kann problematisch werden. Nämlich dann, wenn der Puls zu weit nach oben getrieben wird. Zum Hintergrund: Neben der guten Durchblutung der Haut werden auch das Herz und andere Muskeln stark durchblutet beim Sport. Die Herzfrequenz steigt infolge, ein höherer Puls bei Hitze ist also normal, heißt es im Themenspezial „Laufen im Sommer“ auf den Seiten von runnersworld. Wichtig sei, während des Trainings bei Hitze, dass bei leichtesten Anzeichen von Kopfschmerzen, Schwindel oder Kreislaufproblemen das Training sofort beendet wird. Außerdem wichtig: Orientieren Sie sich am Puls. Dieser sollte Ihren individuellen Belastungspuls, auch Trainingspuls, nicht überschreiten.

Sie kennen Ihren optimalen Belastungspuls nicht? Auf den Seiten der Praxis für Kardiologie und Prävention von Thomas Gamm und Dr. Franziska Bruhn in Berlin-Zehlendorn wird die Faustformel zur Berechnung des Trainingspulses genannt, die als Orientierungshilfe dienen kann: 180 minus Lebensalter.

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