Neue Studie veröffentlicht

Immer mehr Broken-Heart-Fälle: Corona-Pandemie wird Situation noch verschärfen, so Herz-Expertin

Liebeskummer kann den Herzmuskel in Mitleidenschaft ziehen.
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Liebeskummer kann den Herzmuskel in Mitleidenschaft ziehen.

Wenn Stress zum „Quasiherzinfarkt“ führt: Woran Sie das Broken-Heart-Syndrom erkennen und welche Auslöser möglich sind.

Die Corona-Pandemie hat dem einen mehr, dem anderen weniger abverlangt. Wer einen systemrelevanten Beruf hat und ohnehin gerne Zeit zu Hause verbringt, zählt zu letzteren. Doch für viele Menschen hat die Corona-Zeit vor allem eines bedeutet: Stress. Wenn der Job weggebrochen ist und damit die Existenzgrundlage genommen wurde, hat dies nicht nur Auswirkungen auf die Psyche: Sogar körperlich kann sich enorme Sorge zeigen – mit Beschwerden, die an einen Herzinfarkt denken lassen. Atemnot, starke Schmerzen und ein Engegefühl in der Brust zählen zu den Symptomen des Broken-Heart-Syndroms, in Fachkreisen als Takotsubo-Syndrom oder Stress-Kardiomyopathie bezeichnet.

Erstaunlich: Liebeskummer kann sich wie ein Herzinfarkt auswirken

Das menschliche Herz lässt sich leider nicht mit einem Pflaster reparieren. Bei manchen Menschen ist es besonders empfindlich. Dann gilt es, großen Stress zu vermeiden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Das menschliche Herz lässt sich leider nicht mit einem Pflaster reparieren. Bei manchen Menschen ist es besonders empfindlich. Dann gilt es, großen Stress zu vermeiden. © dpa/Christin Klose
Felix Schröder ist Buchautor und Assistenzarzt am Herz- und Gefäßzentrum im Albertinen Krankenhaus Hamburg. Foto: Steven Haberland/dpa-tmn
Felix Schröder ist Buchautor und Assistenzarzt am Herz- und Gefäßzentrum im Albertinen Krankenhaus Hamburg. Foto: Steven Haberland/dpa-tmn © Steven Haberland
Prof. Dr. med. Martin Borggrefe ist Direktor der I. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim. Foto: Universitätsmedizin Mannheim/dpa-tmn
Prof. Dr. med. Martin Borggrefe ist Direktor der I. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim. Foto: Universitätsmedizin Mannheim/dpa-tmn © Universitätsmedizin Mannheim
Dr. Jana Boer ist niedergelassene Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie. Foto: Giulio Coscia/BNK/dpa-tmn
Dr. Jana Boer ist niedergelassene Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie. Foto: Giulio Coscia/BNK/dpa-tmn © Giulio Coscia
Felix Schröder, Nina Weber: Was das Herz begehrt: Wie wir unser wichtigstes Organ bei Laune halten. Edel Germany. 240 Seiten. 16,95 Euro, ISBN 9783841905451. Foto: Edel Books/dpa-tmn
Felix Schröder, Nina Weber: Was das Herz begehrt: Wie wir unser wichtigstes Organ bei Laune halten. Edel Germany. 240 Seiten. 16,95 Euro, ISBN 9783841905451. Foto: Edel Books/dpa-tmn © Edel Books

Obwohl die Symptome im ersten Moment an einen Herzinfarkt denken lassen, hat das Broken-Heart-Syndrom andere Auslöser. So werden die Beschwerden der AOK zufolge durch starken emotionalen Stress verursacht. Das könne der Tod eines Angehörigen sein, aber auch Liebeskummer. Beim Broken-Heart-Syndrom schießt die Menge der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin stark in die Höhe, sodass der untere Teil der linken Herzkammer einfach aufhört, sich zu bewegen, informiert die Ärztezeitung. Als wahrscheinliche Ursache wird angenommen, dass sich die Blutgefäße im Herzen so eng zusammenziehen als Reaktion auf den Stress, dass der Herzmuskel nicht mehr pumpen kann. Bei einem echten Herzinfarkt kommt es dagegen in der Regel zu einem Gefäßverschluss durch Arteriosklerose, der Absterben von Herzmuskelgewebe zur Folge hat.

Der AOK zufolge sprechen folgende Symptome für ein Broken-Heart-Syndrom:

  • heftige Schmerzen in der Brust
  • Luftnot*
  • erhöhte Herzenzymwerte im Blut und eine veränderte Herzstromkurve im EKG

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Broken-Heart-Syndrom: Corona wird die Lage verschärfen

Wie eine neue Studie schlussfolgern lässt, kommt es immer häufiger zum Broken-Heart-Syndrom. Die taz zitiert die leitende Studienautorin Dr. Susan Cheng vom Smidt Heart Institute in Los Angeles: „Je älter wir werden und je mehr Verantwortung wir im Leben und bei der Arbeit übernehmen, desto höher ist unser Stresslevel. Und mit der zunehmenden Digitalisierung in allen Bereichen unseres Lebens haben auch die Umweltstressoren zugenommen“. Die Studie von Cheng und Kollegen basiert auf den Daten von US-Amerikanern, die vor der Corona-Pandemie erfasst wurden.

Cheng schätzt der taz zufolge, dass die Broken-Heart-Fälle durch Corona zunehmen werden: „Wir wissen, dass die Pandemie tiefgreifende Auswirkungen auf die Verbindung zwischen Herz und Gehirn hat. Wir stehen erst an der Spitze des Eisbergs, wenn es darum geht, diese Auswirkungen zu messen“, so die Kardiologin. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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