Immer mehr Senioren wählen den Hausnotruf

Immer mehr ältere Menschen im Altkreis Witzenhausen nutzen den Hausnotruf. Sie tragen einen Sender mit sich, über den sie im Notfall, etwa nach einem Sturz, per Knopfdruck Alarm auslösen können.

„Der Hausnotruf boomt“, sagt Bettina Gratzik. Die Leiterin des Sozialen Dienstes im DRK-Kreisverband Witzenhausen, der das Notrufsystem seit über zehn Jahren anbietet, verzeichnet anhaltenden Kundenzulauf. Derzeit werden 300 Menschen mit dem Gerät versorgt – „und wöchentlich kommen drei bis vier dazu“.

Einen Zuwachs von 20 Prozent verzeichnet seit Jahresanfang auch Regionalgeschäftsführer Michael Görner vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der seit 1983 Hausnotruf anbietet. Im Werra-Meißner-Kreis deckt er unter anderem Hessisch Lichtenau und Großalmerode ab und hat dort 20 Kunden – Tendenz steigend. Die Zusammenarbeit mit den Pflegekassen läuft meist problemlos.

Sie kommen für die Kosten des Hausnotrufs auf, sofern der Bedürftige einer Pflegestufe zugeordnet ist. Übernommen wird die monatliche Geräte-Miete von 18,36 Euro, zu den Anschlusskosten gibt’s einen Zuschuss.

Laut Görner möchten aber auch immer mehr Menschen ohne Pflegeeinstufung ein solches Gerät. Denn die meisten Senioren setzen im Alter auf Selbstständigkeit und möchten so lange wie möglich zu Hause wohnen.

Eine Studie der „Initiative Hausnotruf“, ein Zusammenschluss der Anbieter des Systems, kommt zum Ergebnis, dass die Pflegekassen mit einem Aufwand von 340 Millionen Euro bis zu eine Milliarde jährlich einsparen könnten. Hierzu müssten lediglich alle Hilfsbedürftigen unabhängig von einer Pflegestufe mit dem Notfallsender ausgestattet werden. Denn durch das System lasse sich der Eintritt von der günstigeren ambulanten in die kostenintensive stationäre Pflege um zwei bis sechs Monate nach hinten schieben. (Kathrin Bretzler)

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