Mittwoch ist “Tag gegen den Lärm“

Immer auf die Ohren - Krach kostet Milliarden

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Laute Musik, Fluglärm, Krach von Bauarbeiten oder dem Verkehr: In Deutschland ist es viel zu laut.

Berlin - In Deutschland werden jährlich Schäden von mindestens neun Milliarden Euro wegen Lärm verursacht. Laute Autos oder Flugzeuge schaden dabei vor allem der Gesundheit.

Das erklärte die Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA) zum internationalen “Tag gegen den Lärm“, der am (morgigen) Mittwoch begangen wird. 60 Prozent der Deutschen leiden unter Straßen-, fast jeder Dritte unter Fluglärm.

Auch im Job wird es teuer: Allein die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft zahlte im Jahr 2008 knapp 19 Millionen Euro an 6.500 Geschädigte. Bei der Kostenschätzung gebe es erhebliche Unsicherheiten in der Bewertung, räumte die DEGA ein. Selbst konservative Schätzungen der Folgekosten nur von Verkehrslärm kämen - inklusive der Wertminderung von Immobilien - jedoch auf Kosten in Milliardenhöhe. Eine aktuelle Studie veranschlage rund neun Milliarden Euro.

Das Umweltbundesamt erklärte, Lärm verursache Blutdruckerhöhungen und verstärke damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Nach mehreren wissenschaftlichen Studien sei davon auszugehen, dass allein in Deutschland jährlich bis zu 4.000 Herzinfarkt-Fälle durch den Straßenverkehrslärm verursacht würden. “Der Lärmschutz braucht deshalb generell eine deutlich größere Aufmerksamkeit“, hieß es. Die vorhandenen Instrumente zum Lärmschutz müssten noch stärker als bisher genutzt und weiterentwickelt werden. 

Dauernd was auf die Ohren

Für 48 Prozent aller anerkannten Berufskrankheiten in der Bauwirtschaft sind Hörschäden die Ursache, wie die zuständige Berufsgenossenschaft mitteilte. Das hänge auch mit dem Freizeitverhalten der Auszubildenden zusammen: häufiger und zu lauter Musikkonsum in Diskotheken und über den MP3-Player.

Die Ärzte der BG BAU stellten mittlerweile häufig bei Untersuchungen von Auszubildenden eine eingeschränkte Hörfähigkeit fest. Auf die Notwendigkeit einer guten Akustik am Arbeitsplatz, in der Schule oder auch auf öffentlichen Plätzen wies die “Initiative Hören“ hin. Die Akustik bestimme wesentlich das Wohlbefinden, unterstütze die Orientierung und entscheide insbesondere in Schulen über die Verständlichkeit von Sprache. Insofern habe eine mangelhafte Akustik direkte Auswirkungen auf die Bildung der Kinder.

Für verpflichtende Maßnahmen zur Lärmminderung im Schienenverkehr setzte sich der Verkehrsclub Deutschland (VCD) ein. Rund ein Viertel der Bevölkerung leide unter Lärmbelästigung durch Züge und werde vor allem in seiner Nachtruhe gestört. Hauptursache sei die veraltete Technik bei rund 95 Prozent der Güterzüge. Würden die Fahrzeuge auf den neuesten Stand der Technik gebracht, könnte der Lärm demnach auf ein Viertel gesenkt werden.

dapd

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