Forscher kommen zu eindeutigem Ergebnis

3-mal Herzmuskelentzündung nach Impfung, 11-mal nach Corona-Infektion: Studie zeigt Komplikationen im Vergleich

Menschen sitzen im Kuhstall des landwirtschaftlichen Betriebs Looschen auf Stühlen und warten darauf, geimpft zu werden. Ein Arzt impft am Sonntag in Garrel im Stall gegen Corona.
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Auch im Kuhstall wird geimpft: Ein Arzt impfte am 19.12.21 im niedersächsischen Garrel im Stall gegen Corona. Forscher analysierten jetzt in einer groß angelegten Studie, welche Komplikationen auftreten können. (Archivbild)

Angst vor einer Ansteckung mit Coronaviren und Angst vor der Impfung: Beides herrscht aktuell bei vielen Menschen vor. Eine neue Studie schlüsselt die Komplikationen auf.

Nach einer Corona-Impfung kam es zu einer Thrombose oder einem Herzinfarkt: Fast jeder kennt derartige Berichte von Bekannten oder aus sozialen Netzwerken. Doch wie sind solche Informationen einzustufen? Sind es Einzelfälle oder sogar Fake-News, die die Runde machen? Oder ist das Risiko einer schwerwiegenden Impf-Nebenwirkung doch größer als Behörden der Öffentlichkeit vermitteln? Wissenschaftler weltweit ermitteln derzeit in groß angelegten Studien, wie häufig es bislang wirklich zu schweren Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung kam.

Eine der eindrucksvollsten Studien zum Thema wurde im September 2021 im Fachblatt The New England Journal of Medicine veröffentlicht. Ben Reis von der britischen Harvard University und seine Kollegen hatten auf Grundlage israelischer Daten von mehr als drei Millionen geimpften und ungeimpften Menschen sogenannte „epidemiologische Zwillinge“ herausgefiltert. „Eine geimpfte 60-jährige Diabetikerin haben wir einer ungeimpften 60-jährigen Diabetikerin zugeordnet“, wird Reis von der Welt zitiert. Bei mehr als 800.000 solcher Paarungen hatten Reis und seine Kollegen Erkrankungen verglichen, die in den sechs Wochen nach der Biontech-Impfung berichtet wurden, heißt es weiter auf welt.de.

Die Studienergebnisse sprechen für sich.

Nierenversagen, Herzinfarkt und Venenthrombosen: Risiko erhöht sich durch Corona-Infektion

„In dieser Studie, die im Rahmen einer landesweiten Massenimpfung durchgeführt wurde, war der BNT162b2-Impfstoff nicht mit einem erhöhten Risiko für die meisten der untersuchten unerwünschten Ereignisse verbunden. Der Impfstoff war mit einem erhöhten Risiko für Myokarditis (Herzmuskelentzündung) verbunden (1 bis 5 Ereignisse pro 100.000 Personen). Das Risiko dieses potenziell schwerwiegenden unerwünschten Ereignisses und vieler anderer schwerwiegender unerwünschter Ereignisse war nach einer SARS-CoV-2-Infektion allerdings deutlich erhöht“, so die Schlussfolgerung, die die Forscher aus ihrer Studie zogen.

Das Newsportal Welt.de hat auf Grundlage der Studienveröffentlichung in einer Grafik veranschaulicht, wie häufig es nach einer Biontech-Impfung und nach einer Corona-Infektion zu schweren gesundheitlichen Problemen kam. Die Forscher hatten diese auf Grundlage gemeldeter Impfkomplikationen aufgeschlüsselt (Fallzahl pro 100.000 Personen):

  • Herzrhythmusstörungen: nach Impfung -6 Fälle, nach Corona-Infektion 166 Fälle
  • Lungenembolie: nach Impfung -1, nach Corona-Infektion 62
  • Akutes Nierenversagen: nach Impfung: -5, nach Corona-Infektion 125 Fälle
  • Herzinfarkt: nach Impfung: 1 Vorfall, nach Corona-Infektion 25 Betroffene
  • Herzmuskelentzündung: 3 nach Impfung, 11 nach Corona-Infektion
  • Tiefe Venenthrombose: nach Impfung. -1, nach Corona-Infektion 43

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Gefahr von Komplikationen durch Corona selbst weit größer als durch eine Impfung

Die Ergebnisse zeigen nur für ein Ereignis eine erhöhte Wahrscheinlichkeit nach der Impfung: Zu einer Gürtelrose kam es nach der Impfung bezogen auf 100.000 Menschen 16-mal. Eine Infektion mit dem Coronavirus hatte dagegen in keinem Fall zur Gürtelrose geführt. In Hinblick auf die lebensbedrohlichen Krankheiten kann anhand der Studie allerdings klar abgeleitet werden, dass die Gefahr durch die Erkrankung selbst weit größer ist als durch eine Impfung.

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die oben genannten an die Meldebehörden übermittelten Impf-Komplikationen und Ursachen für Corona-Todesfälle nicht immer eindeutig auf die Impfung oder die Erkrankung zurückgeführt werden können. Andere Auslöser wie Infekte können nicht immer diagnostiziert werden und auch Pathologen können nach Todesfällen nicht immer gänzlich nachvollziehen, woran ein Mensch am Ende verstorben ist. (jg) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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