Ingwer-Lebkuchen und Wurfgeschoss: Britisches Gingerbread

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Britisches Gingerbread (Ingwerbrot) schmeckt nicht nur hervorragend, sondern ist auch ein Gebäck mit bewegter Historie. Foto: Frank Rumpenhorst

Wer zu Weihnachten mal etwas Neues ausprobieren möchte in Sachen Gebäck, kann sich an britisches Gingerbread wagen. Das Ingwerbrot von der Insel ist nicht nur schmackhaft sondern hat auch eine bewegte Geschichte vorzuweisen.

London (dpa) - Der britischen Küche ist viel zuzutrauen, ob nun an Weihnachten oder zu anderen Jahreszeiten. Das allseits beliebte Gingerbread, übersetzt Ingwerbrot, ist aber ein auch in Deutschland akzeptables Lebkuchen-Gebäck mit Ingwer.

Es taugt unter anderem dazu, das Londoner Wahrzeichen Big Ben - eigentlich den Turm um die gleichnamige Glocke herum - nachzubauen, wie die auf der Insel beliebte Backshow "The Great British Bake Off" gezeigt hat. Gingerbread kann man aber auch anders verwenden: Man kann damit einen Politiker außer Gefecht setzen.

Die Geschichte ereignete sich während des Parlamentswahlkampfs im Jahr 1892 und betraf den liberalen Politiker William Gladstone, der viermal Premierminister war. Dessen radikale Ansichten erzürnten viele Bürger, wie unter anderem bei der BBC zu lesen ist.

Im nordenglischen Chester ging eine Zuhörerin so weit, Gladstone mit einem Stück Gingerbread zu bewerfen - und traf ihr Opfer im linken Auge. Es muss ordentlich ausgehärtet gewesen sein, das ganze passierte nämlich im Juni. Über Monate litt der 83-Jährige an den Folgen, berichten Chronisten. Immerhin: Die Wahl gewann er trotzdem.

Gingerbread-Rezept Big Ben (eng.)

BBC zum Gingerbread-Vorfall von 1892 (eng.)

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