Mythos Mundhygiene

Haben wir bei der Zahnpflege jahrelang alle was falsch gemacht?

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Gewachst oder ungewachst: Zahnseide wird oft zum Reinigen der Zahnzwischenräume empfohlen.

Wer seine Zähne richtig pflegt, profitiert davon ein Leben lang. Um Füllungen und Kronen zu vermeiden, empfehlen Zahnmediziner, regelmäßig Zahnseide zu verwenden. Nun gibt es Zweifel.

Um Speisereste aus den Zahnzwischenräumen zu entfernen, empfehlen Zahnärzte, regelmäßig neben dem Zähneputzen Zahnseide zu benutzen. Die kleinen Plastikboxen mit den Fäden sind deswegen in fast jedem Bad zu finden. 

Nun ist eine Diskussion über Zahnseide entbrannt. Der Gebrauch von Zahnseide sei überflüssig und hätte keinen Einfluss auf die Zahngesundheit, berichtet die Nachrichtenagentur " Associated Press" (AP)

Zahnseide in der Wissenschaft

Demnach wäre es wissenschaftlich nicht erwiesen, dass die Verwendung von Zahnseide Zahnfleischentzündungen und Karies verhindern würde. Hinter einer  Studie , die für Zahnseide sprechen würde, stünden wirtschaftliche Interessen.

Ein Schreiben der US-Regierung bestätigte diese Aussagen auf Anfrage von AP. Es gäbe keine wissenschaftlichen Belege für die Nutzung von Zahnseide, hieß es darin. Deswegen würde die Nutzung von Zahnseide aus den staatlichen Richtlinien der USA gestrichen.

Pflege von Zahnzwischenräumen

In unserm Mund tummeln sich zahlreiche Bakterien und Mikroben. Bleiben Speisereste zwischen den Zähnen hängen, haben sie genug Nahrung. Schnell bilden sich dort an den Zähnen Beläge. Diese Plaques können schnell verhärten. Die Folge sind Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Die tägliche Mundhygiene ist deswegen nach Ansicht von Experten und Zahnärzten wichtig. Besonders das Reinigen der Zahnzwischenräume. Und oft lassen sich diese nur mit einer dünnen Zahnseide sauber halten.

Mit Zahnseide und Co. gegen Karies

Zähne putzen: Zahnpflege mit Zahnseide.
Zähneputzen: Erst die Kauflächen, dann die Außenflächen und erst dann die Innenflächen der Zähne putzen. Der Zahnarzt informiert über die besten Putztechniken für Kinder und -Erwachsene. © AXA/ obs
Zähne putzen: Zahnpflege mit Zahnseide.
Zunge reinigen: Auch die Zunge reinigen, weil sich dort zahlreiche Bakterien sammeln. -Zusätzlich wirken fluoridhaltige Mundspülungen effektiv gegen -Bakterien. © pro Dente e.V.
Zähne putzen: Zahnpflege mit Zahnseide.
Putztechnik: Nur fegenden und rüttelnden Bewegungen schonen das Zahnfleisch und entfernen bakteriellen Zahnbelag optimal. © pro Dente e.V.
Zähne putzen: Zahnpflege mit Zahnseide.
Zahnseide: Jeden Abend mit leichten Sägebewegungen die -Zwischenräume reinigen. Gewachste Zahnseide flutscht besser, ungewachste Zahnseide putzt besser. © pro Dente e.V.
Zähne putzen: Zahnpflege mit Zahnseide.
Karies: Karies ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Ursache sind die weißlichen Beläge, die sich auf jedem Zahn nach kürzester Zeit bilden, die sogenannten Plaques. Dieser Biofilm enthält verschiedene Bakterien, darunter auch die Leitkeime der Karies, Streptokokken und Laktobazillen, die aus Zuckermolekülen für den Zahnschmelz schädliche Säuren produzieren, die gefürchteten Löcher entstehen. © pro Dente e.V.
Schon den ersten Zahn pflegen
Schon den ersten Zahn pflegen: Sobald sich das erste Zähnchen zeigt, muss es geputzt werden. Ganz wichtig ist jedoch, dass die Eltern bis etwa zum Beginn des Schulalters nachputzen, um sicherzustellen, dass wirklich alle Zähne bzw. Zahnflächen sauber sind. © picture alliance / dpa
Zähne putzen: Zahnpflege mit Zahnseide.
Die Milchzähne fallen zwar aus, doch es lohnt sich kleine Karies-Löcher im Milchgebiss zu behandeln. Wasser statt zucker- und säurehaltiger Getränke - Säfte, Schorlen, Softdrinks, Eistee - trinken und das Nachputzen durch die Eltern. © pro Dente e.V.
Zähne putzen: Zahnpflege mit Zahnseide.
Zum Zahnschutz gehört auch eine mundgesunde Ernährung, Süßigkeiten möglichst verzichtet. © pro Dente e.V.

ml

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