Tendenz steigend

Jeder Achte privat krankenversichert

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Eine Kranken­versicherung braucht jeder, egal ob privat oder gesetzlich (Symbolfoto).

Wiesbaden - Wegen steigender Beiträge stehen die privaten Krankenversicherungen unter Beschuss. Doch sind immer mehr Deutsche privat versichert. 

2011 war fast jeder Achte privat krankenversichert. 86 Prozent aller Erwerbstätigen waren 2011 gesetzlich versichert, 13 Prozent hatten eine private Versicherung, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag zu seiner „Zahl der Woche“ berichtete. Kurz vor der Jahrtausendwende hatten erst weniger als 11 Prozent aller Erwerbstätigen eine private Krankenversicherung.

0,2 Prozent der Deutschen hatten 2011 trotz Versicherungspflicht keine Krankenversicherung. Überdurchschnittlich häufig betraf dies ausländische Männer zwischen 35 und 44 Jahren. Hier zeigt die Wiesbadener Statistik einen Rückgang: Vor 20 Jahren waren noch 0,5 Prozent ohne Versicherung.

Ob gesetzlich oder privat versichert, hängt weiter vom Beruf ab. Bei Arbeitnehmern waren 90 Prozent bei einer gesetzlichen und 9 Prozent bei einer privaten Versicherung. Bei Selbstständigen hält sich das in etwa die Waage: 54 Prozent waren 2011 gesetzlich versichert, 45 Prozent privat. Arbeitnehmer dürfen erst ab einem bestimmten Einkommen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln.

So viel kassieren niedergelassene Ärzte

Spitzenreiter beim Umsatz der Ärzte aus dem Honorar von Behandlung und Diagnose gesetzlich Versicherter sind die Labormediziner. Sie erzielten nach den jüngsten Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im ersten Halbjahr 2011 pro Quartal einen Honorarumsatz von rund 230 000 Euro, gefolgt von Nierenspezialisten mit 224 000 Euro. © dpa
Strahlenmediziner, Humangenetiker, Fachärzte für Innere Medizin mit bestimmten Schwerpunkten und Radiologen folgen mit Werten zwischen 199 000 und 93 000 Euro. Kinder- und Jugendpsychiater erzielten 65 000 Euro Umsatz, Augenärzte 60 000, Chirurgen 57 000, Orthopäden 56 000, Hausärzte 52 000 und Gynäkologen 47 000 Euro. © dpa
Laut der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamtes konnten die Ärzte in Deutschland ihr Einkommen in den letzten Jahren deutlich steigern. Bei den Orthopäden stieg beispielsweise der Wert des jährlichen Reinertrags von 276.000 Euro im Jahr 2007 auf 293.000 Euro im Jahr 2011. Die Allgemeinmediziner konnten ihren jährlichen Reinertrag sogar um 30.000 Euro auf insgesamt 181.000 Euro pro Jahr steigern. © dpa
Auch andere Ärztegruppen verdienten 2011 deutlich mehr als noch vier Jahre zuvor. Allgemein beträgt der Zuwachs zwischen 2007 und 2011 im Schnitt 17 Prozent. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte erzielten demnach laut Statistik einen jährlichen Reinertrag von 215.000 Euro, der jährliche Reinertrag der Frauenärzte beträgt 185.000 Euro, bei den Chirurgen sind es sogar 293.000 Euro. Auch die Hautärzte (249.000 Euro) und die Internisten (266.000 Euro) konnten ihr Einkommen steigern. © dpa
Der jährliche Reinertrag pro Praxis beläuft sich laut der Erhebung des Statistischen Bundesamtes auf 234.000 Euro. Im Schnitt lag der Reinertrag jedes Arztes im Jahr 2011 bei durchschnittlich 13.833 Euro im Monat. © dpa
Augenärzte konnten die größten Einkommenszuwächse erzielen: Sie verdienen im Schnitt 19.083 Euro im Monat. Neurologen kommen auf 14.416 Euro im Monat. Spitzenreiter unter den Ärzten sind die Radiologen und Nuklearmediziner mit 25.250 Euro im Monat. © dpa
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für die vertragsärztliche Vergütung stiegen laut Bundesgesundheitsministerium von 33 Milliarden Euro 2010 auf 33,7 Milliarden 2011. © dpa

dpa

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