Jeder Dritte leidet unter Reiseübelkeit

Den einen wird im Auto schlecht, die anderen übergeben sich auf der Schiffsreise oder im Flugzeug. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie leiden unter Reiseübelkeit. Etwa ein Drittel der Deutschen (30 Prozent) leidet gelegentlich darunter. Sieben Prozent der Befragten geben sogar an, bei jeder Reise unter der Übelkeit zu leiden.

Der Grund für das Unwohlsein: Das Gehirn ist verwirrt, denn das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, die Augen und bestimmte Druckrezeptoren senden widersprüchliche Signale. Ein Beispiel: Beim Lesen auf dem Beifahrersitz im Stau nimmt das Auge das ständige Bremsen und Anfahren nicht wahr. Es meldet dem Gehirn Stillstand, das Gleichgewichtsorgan sendet jedoch Bewegungssignale.

Reisekrankheit: Ältere haben seltener Beschwerden

Die gute Nachricht: Mit dem Alter lässt auch die Reiseübelkeit nach. 61 Prozent der über 60-Jährigen werden nie von Reiseübelkeit geplagt, aber nur 36 Prozent der 20- bis 39-Jährigen sind generell beschwerdefrei. Der Grund hierfür ist medizinisch gut belegt: Mit zunehmendem Alter bilden sich im Innenohr die sogenannten Otolithen zurück. Mit Hilfe dieser kleinen Kristalle registriert das Gleichgewichtsorgan Schwerkraft und Beschleunigung. Ist die Wahrnehmung nicht mehr so fein, sinkt auch das Risiko für die Reisekrankheit.

Männer leiden seltener unter der Übelkeit

Frauen leiden zudem viel häufiger unter Reiseübelkeit als Männer. So geben 38 Prozent der Frauen an, gelegentlich von Reiseübelkeit betroffen zu sein, sechs Prozent der Frauen werden sogar auf jeder Reise davon geplagt. Bei den Männern leiden nur 20 Prozent gelegentlich unter Beschwerden (vier Prozent wird bei jeder Reise schlecht). In der Wissenschaft kennt man dieses Phänomen. Manche Forscher vermuten einen Zusammenhang zwischen dem weiblichen Zyklus und der Anfälligkeit für Reiseübelkeit, andere Studien sehen die Gründe für die erhöhte Anfälligkeit eher im weiblichen Hormonhaushalt.

Am besten helfen Betroffenen Medikamente und viel frische Luft

Es gibt Möglichkeiten, die Reisekrankheit zu überlisten. 35 Prozent der Umfrageteilnehmer schwören bei Reisen mit dem Auto auf viele Pausen, um frische Luft zu schnappen. 26 Prozent bekommen die Probleme mit speziellen Tabletten, Kaugummis oder Pflastern in den Griff. Diese enthalten Wirkstoffe, die die Empfindlichkeit der Hirnregionen dämpfen, die für Gleichgewichtsinformationen zuständig sind.

www.jameda.de (nh)

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