Jeder Fünfte hat zu hohen Blutdruck

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Bluthochdruck tut nicht weh und bleibt meist unbemerkt. Deswegen ist es wichtig, ihn regelmäßig zu kontrollieren

Die meisten Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung - nur zehn Prozent sind in Behandlung

Jeder Fünfte in Deutschland - das sind 20 Millionen Menschen - hat Bluthochdruck. Doch die meisten davon wissen es nicht, denn nur 50 bis 60 Prozent sind sich ihrer Erkrankung bewusst und sogar nur die Hälfte davon befindet sich in ärztlicher Behandlung.

„Der Anteil der Patienten, deren Bluthochdruck durch eine medikamentöse Behandlung im optimalen Bereich eingestellt ist, liegt leider nur bei etwa 10 Prozent“, berichtet Prof. Dr. Volker Kliem, Leitender Arzt des Nephrologischen Zentrum Niedersachsen und des Transplantationszentrums in Hann. Münden.

„Bluthochdruck (Hypertonie) wird dann diagnostiziert, wenn mehrere Werte, gemessen im Ruhezustand an drei verschiedenen Tagen, 140/90 mm Hg betragen oder übersteigen“, informiert Kliem. Zwischen 130/85 und 140/90 mm Hg liege der „Grenzwert-Blutdruck“, der meistens keine medikamentöse Behandlung, aber bereits bestimmte Maßnahmen erforderlich mache: „Der Patient muss seinen Lebensstil ändern. Dazu zählen Übergewicht verringern, Einhalten einer salzarmen Ernährung, vermehrte körperliche Aktivität - zum Beispiel dreimal pro Woche 30 bis 45 Minuten Ausdauersport -, Nikotinverzicht sowie übermäßigen Alkoholgenuss und Stress vermeiden“, rät der Arzt, denn Bluthochdruck ist die Zivilisationskrankheit Nummer eins.

„Körperliche Warnsignale, die auf Bluthochdruck hinweisen können, sind plötzlich auftretende Kopfschmerzen, Übelkeit, manchmal sogar Erbrechen. Vorher nicht gekannte Herzbeschwerden oder Luftnot bei geringer körperlicher Belastung, Sehstörungen oder kurzfristig auftretende Gesichtsfeldausfälle“, so Kliem. „In diesen Fällen sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen, der den Blutdruck misst und gegebenenfalls behandelt“, sagt der Mediziner. Sehr sinnvoll sei auch eine Langzeitmessung des Blutdrucks über 24 Stunden. Jedoch reiche oftmals eine Lebensstiländerung für einen Zielblutdruckwert unter 140/90 mm Hg nicht mehr aus.

„Die optimale Behandlung ist so wichtig, weil der Bluthochdruck bei sehr vielen Patienten durch die entstehende Arterienverkalkung - für den Betroffenen oft völlig unerwartet - zu Folgeschäden am Herzen (Herzinfarkt) und der großen Gefäße (Schlaganfall) und an den Nieren bis hin zum Nierenversagen führt. „Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn Patienten auch an der Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) leiden“, warnt der Klinikleiter. Daher ist sein Motto und auch das des aufklärenden Welthypertonietags am 17. Mai, dass ein gesunder Lebensstil auch zu einem gesunden Blutdruck führen kann. (nh)

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