Die Streuobstwiesen-Clique

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Tafeln unterm Apfelbaum: Am gemeinsamen Kaffeegenuss auf der Streuobstwiese erfreuen sich hier (von links) Heinz Kempkens, Elsbeth Bannasch, Helga Burmester, Initiator Karl Sauerland, Helmut Jordan, Gerda Brüne, Peter Burmester und Gisela Schmiedehausen.

Wenn die weiße Flagge weht hoch oben am Hang des Hühnerbergs, dann wissen die anderen unten im Dorf: Es ist wieder Senioren-Kaffeezeit draußen im Grünen auf der Streuobstwiese.

An jedem Mittwochnachmittag, wenn es denn das Wetter erlaubt, pilgern ein gutes halbes Dutzend Niederlistinger im fortgeschrittenen Alter zu ihrem längst traditionellen Picknick unter den Apfelbäumen am Hühnerberg. Dann wird als erstes die Flagge gehisst mit dem Abbild eines knackigen Apfels.

Hausgemachten Apfelkuchen geniessen

Allmählich neigt sich die Freiluftsaison der Streuobstwiesen-Tafelrunde dem Ende zu. Doch gerade jetzt genießen die Frauen und Männer im Alter von um die 80 Jahre die Kulisse der Natur besonders intensiv: Rundum hängen die Bäume noch voller gelber und leuchtend roter Äpfel. Und auf den Tellern findet sich, wie sollte es anders sein, hausgemachter Apfelkuchen.

Eine der Frauen findet sich immer bereit, für den gemeinsamen Mittwochnachmittag zu backen. Geschmaust wird auch in freier Natur und trotz Plastiktischs mit Stil: Tischdecke, Servietten und Kaffeegeschirr fehlen nicht. „Am Anfang war das nur ein Jux“, erinnert sich Karl Sauerland schmunzelnd. Damals, vor fünf Jahren, kam dem Urgestein des Niederlistinger Ob

stanbaus gemeinsam mit Gerda Brüne bei der Apfellese die Idee: Man könnte doch draußen in der Streuobstwiese zünftig Kaffeepause halten, ganz so wie es früher auch bei der Feldarbeit üblich war. Die beiden machten den Anfang - und blieben nicht lange allein. Andere Ruheständler mit Liebe zur Natur und besonders zu den Streuobstwiesen schlossen sich an.

Jeder ist willkommen

Heute kommen gelegentlich auch Jagdpächter und Schäfer gerne mal auf ein Tässchen Kaffee vorbei. Das macht die muntere Streuobstwiesen-Clique aus: Bei ihr ist jeder Gast willkommen. Dann werden sie womöglich empfinden wie Elsbeth Bannasch, treues Mitglied des Streuobstwiesen-Kaffeetreffs: „Wenn hier die Sonne scheint und man den weiten Blick ins Land und aufs Dorf genießen kann, dann braucht man keinen Urlaub mehr.“

Helga Burmester kann ihr da nur beipflichten und ergänzt: „Das ist wie ein kurzer Ausstieg aus dem Alltag. Ich komme erholt nach Hause und habe das Gefühl, ganz weit weg gewesen zu sein.“ Die Tafelrunde hofft jetzt auf einen weiterhin goldenen Oktober.

Und wenn dann die kalte Jahreszeit eine Pause erzwingt, tröstet die Aussicht auf den malerischen Beginn der neuen Saison im Mai: Die grandiose Apfelblüte der mehr als 500 Bäume am Hühnerberg macht, da sind sich die Senioren einig, das lange winterliche Warten auf die nächste Freiluft-Kaffeezeit glatt wieder wett. (Dorina Binienda-Beer)

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