Kampf gegen den Brustkrebs aufnehmen

Anderen Frauen Mut machen: Der Verein Mamazone hilft mit Fachwissen im Kampf gegen den Krebs. Foto: Fololia

Sich der Krankheit stellen, Bescheid wissen über neueste Forschungen, Behandlungsmethoden und Studienergebnisse. Das Gespräch mit den Ärzten auf Augenhöhe führen. Patientinnen Mut machen und sie unterstützen. All dies sind Ziele der Brustkrebs-Selbsthilfegruppe Mamazone, die in Kassel über 60 Mitglieder zählt.

Rund 400 Gespräche, persönlich, am Telefon oder per E-Mail führen die Frauen der Kasseler Regionalgruppe von Mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e. V. jährlich. Die Mitglieder der 2007 gegründeten Gruppe – alle selbst Brustkrebspatientinnen – helfen anderen Patientinnen, mit Wissen gegen die Angst vor der Tumorerkrankung zu kämpfen. Eine enge Zusammenarbeit besteht dabei mit dem Interdisziplinären Brustzentrum (IBZ) der Frauenklinik im Klinikum Kassel unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Dimpfl.

Mit dem Brustzentrum im Elisabeth Krankenhaus Kassel erarbeitet Mamazone gerade ein neues Konzept für die Beratung der Patientinnen dort.

Die hoch motivierten und interessierten Frauen erwerben ihr Wissen in Seminaren, Kursen und Weiterbildungen, die sie in ihrer Freizeit besuchen. Gespräche mit Ärzten, Informationen über neueste Behandlungsmethoden, aktuelle Forschungen zum Thema Brustkrebs – die Mamazone-Frauen haben sich ihre Brusterkrankung zum Anliegen gemacht und wollen durch ihr Wissen auch anderen helfen.

Neben Regina Möller, der Leiterin der Mamazone-Regionalgruppe Kassel, dürfen sich mittlerweile acht weitere Frauen Diplompatientin nennen. Dieser Begriff beschreibt die aktive, mündige Patientin, die sich durch Wissen und Information mit ihrer Erkrankung auseinandersetzt.

Die Qualifikation zur Diplompatientin wird anhand von Weiterbildungen erworben. Im Gespräch mit Patientinnen geben die selbst betroffenen, gut informierten und geschulten Diplompatientinnen ihr Wissen weiter und helfen so auch anderen, mit Wissen gegen die Angst vor der Krankheit anzukämpfen.

Mamazone besteht aus etwa 1700 Mitgliedern und einem wissenschaftlichen Beirat aus 26 Brustkrebsexperten. Der gemeinnützige Verein gilt als die größte und aktivste Brustkrebs-Patientinnen-Initiative in Deutschland. Ziel des 1999 von der Brustkrebspatientin und Journalistin Ursula Goldmann-Posch gegründeten Vereins ist der Zusammenschluss von an Brustkrebs erkrankten Frauen, Ärzten und Wissenschaftlern mit dem Ziel, gemeinsam die Lebens- und Überlebensperspektive von Frauen mit Brustkrebs zu verbessern.

Der Name Mamazone setzt sich aus drei Wörtern zusammen: Zum einen ist der Begriff Amazone enthalten, ein mutiges und starkes Frauenvolk im alten Griechenland. Zweitens ist Mamma der medizinische Fachausdruck für die Brustdrüse. Zum dritten wird die weibliche Brust als Zone betrachtet, die Aufmerksamkeit in Form von frauengerechter Medizin und fachlicher Kompetenz benötigt.

Von Dagmar Buth-Parvaresh

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