Kampf gegen wuchernde Pfunde

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Freut sich über die purzelnden Pfunde: Elke Döring hat innerhalb von zwei Jahren 50 Kilo abgenommen. Weitere 30 Kilo sollen noch folgen.

Elke Döring aus Körle hat den Kampf aufgenommen – sie kämpft mit allen Waffen gegen ihr Übergewicht. Mit Hilfe eines Magenbandes, Ernährungsumstellung und Sport hat sie es geschafft, 50 Kilo in den letzten beiden Jahren abzunehmen.

„30 Kilo müssen noch runter“, sagt die 48-Jährige, die 2008 eine Adipositas-Selbsthilfegruppe in Melsungen gegründet hat. Denn gemeinsam abnehmen geht leichter, die Gruppe helfe, den inneren Schweinehund zu überwinden. Es sei ein harter Kampf. Als Kind sei sie besorgniserregend dünn gewesen, erinnerte sie sich. In der Pubertät fing es an mit der Gewichtszunahme: „Man lügt sich in die eigene Kippe.“ Irgendwann begannen die ersten gesundheitlichen Beschwerden, die Beine schmerzten, die Leute guckten und man wurde gehänselt. Natürlich habe sie versucht, abzunehmen. Mit weniger Essen, Diäten, einer Kur, und Tabletten und Drinks. „Die helfen nur, solange man sie nimmt“, berichtet die Mutter von drei Kindern.

Stricken, lesen, fernsehen

Irgendwann habe sie mit einem Haufen Kilos dagesessen und nicht gewusst, wie es weiter gehen sollte. In ihrem Beruf als Altenpflegerin konnte sie aufgrund ihres extremen Übergewichts nicht mehr arbeiten und nach einer Umschulung zur Kommunikationskauffrau fand sie keine Stelle. Sie saß nur im Sessel habe gesessen, gestrickt, gelesen und Fernsehen geguckt.

Bis ihr dreijähriger Enkel beim Spielen sagte: „Oma, Du kriegst mich sowieso nicht“. Da wusste sie: Es geht nicht mehr. Hilfe fand Elke Döring im Adipositaszentrum Nordhessen im Marienhospital in Kassel. Im Juli 2008 ließ sie sich ein Band am Mageneingang legen, das die Menge der Nahrung, die aufgenommen werden kann, vermindert. Dreimal in der Woche geht sie für zwei Stunden ins Fitnessstudio. Bei der Ernährung achtet sie auf einen hohen Gemüse- und Obstanteil, verteilt auf mehrere kleine Mahlzeiten. In der Selbsthilfegruppe, die inzwischen 30 Mitglieder zählt, hilfte sie anderen mit ihren Erfahrungen. Über das eigene Übergewicht zu sprechen fällt schwer. Zu groß ist die Angst, nicht ernst genommen zu werden. Dabei gäbe es viele Menschen, die ihr Gewicht nicht in den Griff bekämen, obwohl sie wenig essen. Da helfe ein individuelles Ernährungsprogramm und regelmäßiger Sport, und damit gegen die Folgeerkrankungen der Adipositas wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlafapnoe und Gelenkbeschwerden.

Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder, außerdem werden gemeinsame Aktionen und Vorträge angeboten. Der Gruppe könnten sich alle anschließen, die Unterstützung bei der Gewichtsreduktion suchen und unter Übergewicht oder Adipositas litten.

Hintergrund

Eine Störung der Gesundheit

Nach WHO-Definition liegt eine Adipositas ab einem Körpermassenindex (BMI) von 30 kg/m² vor. Das bedeutet beispielsweise bei einer Körpergröße von 1,70 Metern ein Gewicht ab 88 Kilo. Übergewichtig ist demnach ein Mensch gleicher Größe ab 73 Kilo. Adipositas wird als eine chronische Gesundheitsstörung verstanden, die auf einer vielfältigen genetischen Veranlagung beruht und viele Krankheiten nach sich zieht, heißt es auf einer Informationsseite der Deutschen Adipositas-Gesellschaft. Begleiterkrankungen sind Diabetes, Bluthochdruck und Gelenkbeschwerden. (yma)

www.adipositas-gesellschaft.de

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