Kasse muss Transsexuellen keine Busen-OP zahlen

+
Bei einer Brustvergrößerung wird ein Silikon-Implantat eingesetzt (Archivfoto).

Stuttgart - Krankenkassen müssen nach einem Urteil des Landessozialgerichts (LSG) Baden-Württemberg nicht die Brustvergrößerung für Transsexuelle bezahlen. Das sind die Gründe:

Ein von der Klägerin, die als Mann geboren ist, geforderter operativer Eingriff sei nicht erforderlich, teilte das Gericht in einem am Mittwoch veröffentlichen Urteil vom Januar mit. Denn die Frau, die durch Hormonbehandlung bereits eine “mäßige“ Brust entwickelt hatte, habe keine organischen Beschwerden.

Auch das Argument der Klägerin, sich erst mit einem bestimmten Brustumfang tatsächlich als Frau fühlen zu können und unter ihrem geringen Brustwachstum zu leiden, ließ der 5. Senat in dem Berufungsverfahren vom Sozialgericht Freiburg nicht gelten. “Operationen am gesunden Körper, die psychische Leiden beeinflussen sollen, stellen grundsätzlich keine notwendige Behandlung dar“, heißt es in der Mitteilung.

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Auch eine Regelung, die unter bestimmten Bedingungen Operationen bei Transsexuellen rechtfertige, könne in diesem Fall nicht angewendet werden. Denn dabei sei nur möglich, einen Anspruch auf “deutliche“ körperliche Angleichung an das gewünschte Geschlecht zu erfüllen, aber nicht eine “möglichst weitgehende“ Angleichung. Erst recht bestehe kein Anspruch auf ein Idealbild weiblicher Brüste. Insoweit gälten für Transsexuelle keine anderen Maßstäbe als für genetische Frauen, bei denen die Krankenkasse auch bei erheblichem psychischen Leidensdruck keine Brustvergrößerung zahlen müsse.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.