Nur weniger als zehn Prozent der grippalen Infekte werden von Bakterien verursacht

Keine Antibiotika bei Erkältung

Halsschmerzen, Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen und ein Gefühl von Abgeschlagenheit - das sind die Symptome, mit denen erkältete Menschen kämpfen. Zwei- bis fünfmal im Jahr kann es Erwachsene treffen, Kinder auch häufiger.

Meist verschwindet die Erkältung innerhalb von zwei Wochen von allein wieder, nur der Husten hält häufig noch etwas länger an.

Erkältungen können sehr lästig sein, aber eine solche Gefahr, dass sie eine Antibiotika-Therapie notwendig machen würden, sind sie in der Regel nicht, sagt das Deutsche Grüne Kreuz (DGK). Viele Patienten sehen das offenbar anders. Laut einer Umfrage der DAK-Krankenversicherung erwarten drei Viertel der Betroffenen eine Antibiotika-Verordnung, wenn Erkältungsbeschwerden nicht von selbst besser werden.

Neben mangelnder Geduld zeige sich dabei auch Unkenntnis. Erkältungen werden in 80 bis 90 Prozent aller Fälle von Viren verursacht, ohne dass es eine zusätzliche bakterielle Besiedlung gibt.

Antibiotika aber wirken nur gegen Bakterien, sie sind bei normalen Erkältungen also vollkommen nutzlos. Das DGK warnt: Unnötige Verordnungen verschärfen das Risiko der Resistenzbildung von Bakterien gegen Antibiotika. Widerstandsfähige Keime, denen Penicillin und Co. nichts mehr anhaben können, bedrohen zunehmend die Gesundheit von geschwächten Patienten im Krankenhaus. Infektionen mit multiresistenten Keimen werden für sie zur tödlichen Gefahr, weil Antibiotika nicht mehr wirken können.

Studien zeigten außerdem, dass sich eine Antibiotika-Therapie bei akuter Bronchitis meist weder auf die Heilungszeit noch auf die Dauer der Arbeitsunfähigkeit auswirkten. Nur bei etwa zehn Prozent der Patienten könnten Bakterien als Verursacher nachgewiesen werden. (pmk)

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