Bahnbrechende Studie

Kind nach neun Jahren symptomfrei: Heilung von HIV in Sicht?

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HIV gilt als unheilbar - dennoch gibt es immer wieder Fälle von Kindern, in denen Betroffenen beschwerdefrei sind - und keine Medikamente mehr nehmen.

Ist die Heilung von HIV in Sicht? Einer Studie zufolge zeigt ein mit dem HI-Virus geborenes Kind keinerlei Symptome mehr - obwohl sie keine Medikamente nimmt.

Es wäre eine bahnbrechende Entdeckung – und für alle Betroffenen sicherlich auch ein Fünkchen Hoffnung: Forscher sind wohl einen Schritt weiter im Kampf gegen HIV.

Neuesten Studien zufolge, die am Montag (24.07.) in Paris präsentiert wurden, soll ein mit dem HI-Virus geborenes Mädchen aus Südafrika seit fast neun Jahren komplett symptomfrei leben – und das, obwohl sie nur in den ersten Lebensmonaten mit Medikamenten behandelt wurde. Seitdem nehme sie weder Arznei ein - noch habe sie irgendwelche Beschwerden.

HIV-infiziertes Mädchen symptomfrei? Sie nimmt seit neuen Jahre keine Arznei mehr

Es ist erst das dritte Mal, dass eine sogenannte Langzeit-Remission bei Kindern, die keinerlei Anzeichen der Krankheit mehr zeigen, stattgefunden hat.

Durch den neuen Fall schöpfen Ärzte weltweit die Hoffnung, "dass wir HIV-infizierten Kindern die Last einer lebenslangen Therapie ersparen können, wenn wir sie frühzeitig über einen kurzen Zeitraum behandeln", zeigt sich Studienleiter Anthony Fauci vom US-Institut für Allergien und Infektionskrankheiten zuversichtlich.

Lesen Sie hier, wie chinesische Forscher kurz vor dem Durchbruch gegen HIV stehen.

Mitautorin Avy Violari von der Witwatersrand Universität in Johannesburg gibt dagegen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zu bedenken, dass allerdings ein Rückschlag jederzeit möglich sei. Dennoch hoffe sie, dass dies in Zukunft nicht der Fall sei und der Virus im Körper des Mädchens zu geschwächt sei, als dass es sich weiter vermehren könnte.

Studie auf Aids-Konferenz: Symptome können zurückkehren

Wie die in Paris vorgestellte Studie im Rahmen einer Aids-Konferenz berichtet, soll das Mädchen ab dem zweiten Monat mit antiretroviralen Medikamenten behandelt worden sein. Nach zehn Monaten wurde die Behandlung bewusst eingestellt – nachdem die Ärzte keine Spuren des HI-Virus mehr bei ihr fanden. Dieser Zustand sei bis jetzt unverändert.

Beim sogenannten "Mississippi Baby" ging es dagegen leider nicht so gut aus – obwohl ein ebenfalls mit HIV infiziertes Mädchen zwei Jahre lang als geheilt galt, kamen die Symptome 2014 wieder. Seitdem soll sie wieder regelmäßig Medikamente nehmen.

2015 wurde ebenfalls der Fall einer jungen Französin bekannt, die seit dem dritten Lebensmonat und bis zum sechsten Lebensjahr Medikamente gegen die Erkrankung einnahm – dann entschied die Familie, die Behandlung einzustellen. Seitdem sei die die heute 20-Jährige laut dem Forscher Asier Sáez-Cirión seit 14 Jahren komplett symptomfrei.

Bahnbrechende Erkenntnis: HIV-Therapie in jungen Jahren kann gegen Virus helfen

Das Erstaunliche daran: Bei der Französin und der Südafrikanerin waren es letztlich die Eltern, die auf eigenen Wunsch die Behandlung Ihres Kindes abbrachen – im Falle des Mädchens aus Südafrika geschah dies zumindest unter ärztlicher Aufsicht.

Dennoch gilt HIV bis heute als unheilbar. Medikamente können zwar die Viren im Körper eindämmen – aber sie können den Virus nicht zerstören. Zudem müssen diese meist ein Leben lang eingenommen werden – und zeigen teilweise noch immer bedenkliche Nebenwirkungen auf.

Haben Sie schon mal einen Aids-Test gemacht? Erfahren Sie hier, ob es bald auch für den Hausgebrauch HIV-Schnelltests gibt.

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jp

Mit einer Stammzellspende Leben retten

Um sich als Spender zu registrieren, muss man zunächst eine Gewebeprobe ins Labor schicken. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Um sich als Spender zu registrieren, muss man zunächst eine Gewebeprobe ins Labor schicken. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn © Franziska Gabbert
Im Labor werden die Gewebeproben der potenziellen Spender analysiert. Die Merkmale werden in einer Datenbank gespeichert. Foto: DKMS/dpa-tmn
Im Labor werden die Gewebeproben der potenziellen Spender analysiert. Die Merkmale werden in einer Datenbank gespeichert. Foto: DKMS/dpa-tmn © DKMS
Passen die eigenen Stammzellen zu denen eines Patienten, der eine Spende benötigt, werden die Stammzellen meist wie bei dieser Spenderin über das Blut entnommen. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Passen die eigenen Stammzellen zu denen eines Patienten, der eine Spende benötigt, werden die Stammzellen meist wie bei dieser Spenderin über das Blut entnommen. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser
Bevor ein Spender für die eigentliche Spende in die Praxis kommt, muss er sich fünf Tage lang zwei Mal täglich selbst ein Medikament spritzen. Es regt die Bildung von Blutstammzellen an. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Bevor ein Spender für die eigentliche Spende in die Praxis kommt, muss er sich fünf Tage lang zwei Mal täglich selbst ein Medikament spritzen. Es regt die Bildung von Blutstammzellen an. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser
Wird jemand zur Spende gebeten, werden wie hier in einer Praxis der Cellex Medical Service GmbH in Köln mit einer speziellen Maschine Stammzellen aus seinem Blut gefiltert. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Wird jemand zur Spende gebeten, werden wie hier in einer Praxis der Cellex Medical Service GmbH in Köln mit einer speziellen Maschine Stammzellen aus seinem Blut gefiltert. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser
Über 7,2 Millionen potenzielle Stammzellspender - hier beim DKMS in Köln - sind in Deutschland registriert. Die Spende erfolgt in 80 Prozent der Fälle ambulant. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Über 7,2 Millionen potenzielle Stammzellspender - hier beim DKMS in Köln - sind in Deutschland registriert. Die Spende erfolgt in 80 Prozent der Fälle ambulant. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser

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