Woher kommt die Reaktion?

Kitzeln - darum müssen wir lachen

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Wenn ein Mensch lacht, werden allein im Gesicht 17 Muskeln aktiv.

Ein kleiner Streichler am Bauch oder unter den Armen und schon müssen wir lachen, schreien oder zucken zusammen. Die Reaktion auf das sogenannte Kitzeln kennt wohl jeder. Doch woher kommt sie?  

Das Aufkreischen und Krümmen vor Lachen beim Kitzeln ist ein Reflex aus der Vorzeit. Gargalesis heißt diese Reaktion in der Wissenschaft, so ist in der Zeitschrift P.M. MAGAZIN (Februar-Ausgabe) zu lesen.

Unsere Haut ist ein Sinnesorgan. Neben Schmerz und Temperatur nimmt die Haut auch feinste Berührungen wahr und sendet sofort Signale an unser Gehirn. Schließlich könnte eine Berührung für den Körper gefährlich sein. Besonders reizbare Punkte sind die Taille oder der Bauch. Dort liegen nämlich wichtige Organe. Wird man an diesen verletzlichen Stellen berührt, ist das Gehirn sofort in Alarmbereitschaft. Auch die Füße sind deswegen empfindlich, denn die braucht man zum Weglaufen.

Gibt das Gehirn nach dem ersten Schock eine Entwarnung, brechen wir in Gelächter aus. Die Wissenschaft deutet diese Reaktion als Zeichen sich auflösender Anspannung.

Warum kann man sich nicht selber kitzeln?

Lange haben Neurologen gerätselt, warum wir uns nicht selbst kitzeln können. Doch nähern wir die eigene Hand mit entsprechender Absicht einer empfindlichen Stelle, weiß unser Gehirn bereits vorher, was gleich kommt und wertet die Berührung als ungefährlich.

Foltermethode bei den Römern

In der Antike nutzten die Römer Kitzeln als Foltermethode: Im frühneuzeitlichen Dreißigjährigen Krieg wurden angeblich manche Opfer gezwungen, die Füße in Salz zu tauchen, das anschließend von Ziegen abgeleckt wurde. Dass sich dabei Menschen zu Tode gelacht haben, ist aber vermutlich nur eine Legende - kein einziger Fall ist überliefert.

ots/ml

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