Klagewelle wegen französischer Silikon-Brüste

London - Nach der Klagewelle in Frankreich wegen minderwertiger Brust-Implantate aus Silikon haben auch zahlreiche Frauen in Großbritannien den Rechtsweg eingeschlagen.

Auf der Insel sind nach Schätzungen der Gesundheitsbehörden bei mehr als 40 000 Frauen Implantate des französischen Herstellers PIP eingesetzt worden. Die Klagen in Großbritannien richten sich gegen Krankenhäuser und Ärzte. “Die jüngsten Berichte haben unsere Klientinnen natürlich sehr besorgt, viele von leiden bereits unter schrecklichen Problemen infolge der Implantate“, sagte einer der Anwälte am Donnerstag.

Die Mediziner hätten nach Ansicht der Klägerinnen wissen müssen, dass es sich um minderwertiges Haushaltssilikon und nicht um medizinisch einwandfreies Material gehandelt habe. Angeblich soll das von PIP verwendete Silikon ursprünglich für Matratzen genutzt werden. Am Mittwoch bezichtigten Anwälte auch die Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte. Sie sei trotz Bekanntwerden des Problems in Frankreich nicht eingeschritten.

Ebenso wie in Deutschland haben auch die britischen Gesundheitsbehörden einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Reißen der Silikonimplantate und einem erhöhten Krebsrisiko für die betroffenen Frauen verneint. Man habe neun internationale Experten konsultiert, sagte eine Sprecher des Gesundheitsministeriums in London. Es gebe keine medizinisch belastbaren Hinweise auf eine erhöhte Gefahr. In Frankreich gibt es Überlegungen, ob die 30 000 Frauen mit derartigen Implantaten sich einer erneuten Operation unterziehen und die Silikonkissen entfernen lassen sollten.

dpa

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