Darmkrebs

Krebs vorbeugen: Nicht zu viel von Lebensmitteln erwarten

+
Einzelne Lebensmitteln sollen vor Darmkrebs schützen: Nüsse zum Beispiel.

Eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung gehören zu einer Darmkrebs-Prävention dazu. Manch einer legt dafür wichtige Früherkennungsuntersuchungen ad acta. Doch davor warnen Mediziner.

Immer wieder ist die Rede von einzelnen Lebensmitteln, die vor Darmkrebs schützen sollen: Nüsse oder bestimmte Beeren zum Beispiel. Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands warnt jedoch davor, sich darauf zu verlassen.

Darmkrebs: Darmspiegelung kann Leben retten

Die beste Prävention sei immer noch eine Darmspiegelung. Dadurch ließen sich Polypen früh erkennen und entfernen. Im besten Fall entwickelt sich ein Tumor dann gar nicht erst.

Wer gesetzlich versichert ist, hat ab 50 Jahren Anspruch auf einen Frühtest, bei dem nach Blut im Stuhl gesucht wird. Ab dem 56. Lebensjahr zahlt die Kasse eine Darmspiegelung. Nach zehn Jahren können Patienten diese Vorsorgeuntersuchung erneut durchführen lassen.

Was hilft gegen Krebs?

Eine ungesunde Ernährung mit viel Zucker und tierischem Fett kann Krebs den Magen-Darm-Ärzten zufolge begünstigen. Daher sei es grundsätzlich ratsam, sich ausgewogen mit viel Gemüse, Obst, etwas Fisch, wenig Fleisch und pflanzlichen Fetten zu ernähren. Wer nicht raucht und wenig Alkohol trinkt, erkrankt außerdem seltener an Darmkrebs. Auch Bewegung schützt vor Krebs.

Schon die Azteken haben die Avocado als Heilpflanze verwendet. Ob die grüne Frucht eine Wunderwaffe gegen Krebs ist, lesen Sie hier.

Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, profitiert davon besonders im Alter. Erfahren Sie hier, welche Snacks gut für Gelenke und Herz sind.

Medizinsensation: Forscher entdecken neues Organ im Verdauungstrakt beim Menschen

Darm: Von Zotten und Bakterien

Bauweh Darm
Das wichtigste zum Thema Darm: Er verrichtet seinen Dienst im Verborgenen, macht nur selten auf sich aufmerksam. Dabei braucht sich der Darm nicht zu verstecken. Immerhin holt er auch noch das Letzte aus dem Essen raus. Ohne den Darm würden uns schnell die Kräfte verlassen: Ein kleiner Einblick in seine Arbeit, natürlich in leicht verdaulichen Portionen. © dpa
Der Darm ist nicht nur bis zu acht Meter lang. Ausstülpungen der Schleimhaut ins Darminnere, sogenannte Zotten, vergrößern seine Oberfläche um ein Vielfaches. Dazu tragen auch Fortsätze auf den Darmzellen bei. So bringt es der Darm auf eine Oberfläche von 400 bis 500 Quadratmeter. Das erlaubt es ihm, seh viele Nährstoffe aufzunehmen. © dpa
Fünf Liter Verdauungssekret bildet der Körper an nur einem Tag. Einen Teil kommt aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die vor allem wichtige Verdauungsenzyme liefert. Sie spalten den Speisebrei in seine Bestandteile. Die Leber liefert Galle, die in der Gallenblase gespeichert und nach dem Essen in den Dünndarm abgegeben wird. Die zähe Flüssigkeit hilft bei der Fettverdauung. © dpa
Der Darm ist das Zuhause unzähliger Mikroorganismen. Sie helfen bei der Verdauung und verhindern, dass sich krankmachende Keime ansiedeln. Besonders eng ist es dabei im Dickdarm. Dort findet man bis zu zehn Billionen... © dpa
...Bakterien pro Gramm Darminhalt. Auch der Stuhl besteht zu mehr als 50 Prozent aus Bakterien. Ist der Darm chronisch entzündet, reagiert er nicht nur mit Durchfall. Er kann auch seine Funktionen nicht mehr voll erfüllen. So vertragen manche Patienten plötzlich Milch nicht mehr gut. Enzyme, die den enthaltenen Milchzucker (Lactose) spalten, werden nämlich in der Schleimhaut des Dünndarms gebildet. © dpa
Das funktioniert bei einer Entzündung oft nicht mehr richtig. Auch die Aufnahme von Nährstoffen und Vitaminen funktioniert deutlich schlechter, was zu einem Mangel führen kann. © dapd
Sie haben weitere Fragen zum Darm und chronischen Entzündungen? Verlässliche Informationen im Internet finden Sie zum Beispiel beim Kompetenznetz Darmerkrankungen unter www.kompetenznetz- ced.de, die Gastroliga bietet Broschüren zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa unter www.gastro-liga.de zum Download. © dpa
Sogar einen eigenen Tag zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gibt es: Am 28. September findet der Crohn-Colitis-Tag statt. Veranstaltungen findet man unter www.crohncolitis- tag.de. © dapd

dpa/tmn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.