Robert-Koch-Institut: Impfempfehlungen für Influenza, Masern und Co. haben sich geändert

Ein kurzer Pieks schützt lange

Kleine Spritze, große Wirkung: Impfungen gegen Infektionskrankheiten gehören noch immer zu den wichtigsten medizinischen Präventionsmethoden. Archivfoto: dpa

Impfungen gehören bis heute zu den wichtigsten präventiven Möglichkeiten in der Medizin. Gerade Infektionskrankheiten sollten nicht unterschätzt werden. Doch die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für oder gegen bestimmte Wirkstoffe ändern sich regelmäßig.

Aus diesem Grund fassen Dr. Gerhard Bleckmann und Dr. Alfons Fleer für die Genossenschaft der Kinder- und Jugendärzte die jüngsten Änderungen zusammen.

Impfung gegen die saisonale Influenza ist jetzt auch für Schwangere empfohlen

„Das Robert-Koch-Institut hat die Impfempfehlung für Schwangere ab dem 4. Monat ausgesprochen, weil gerade für sie ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht und die Schwangere damit gleichzeitig für einen Nestschutz für das Kind sorgt“, sagt Bleckmann. Da es sich um eine Impfung mit einem so genannten Totimpfstoff handelt, sei dieser Schutz gegen die Influenza eigentlich in jedem Schwangerschaftsstadium zulässig. Die Grenze sei nur deshalb beim vierten Monat gezogen worden, weil andere Komplikationen während der Schwangerschaft nicht mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden sollen.

Durch die SchweinegrippePandemie im vergangenen Jahr konnten viele neue Erkenntnisse und Daten gewonnen werden, die eine Impfempfehlung nachhaltig untermauern. „Das ist der neueste Stand der Medizin, deshalb sollten die Frauenärzte auch dementsprechend beraten und handeln“, sagt Dr. Gerhard Bleckmann.

Impfstoff gegen Schweinegrippe ist enthalten

Das Robert-Koch-Institut hat die isolierte Impfung mit Pandemrix gegen den H1N1-Virus zurückgezogen, da in den aktuellen, saisonalen Influenza-Impfstoffen auch eine Impfung gegen H1N1 enthalten ist. „Es ist gängige Praxis, dass sich die Zusammensetzung der Grippeschutzimpfung regelmäßig ändert – je nachdem, welche Viren im Umlauf sind, werden die Wirkstoffe gebündelt. Aus diesem Grund empfehle ich eine jährliche Impfung gegen Influenza“, sagt Dr. Alfons Fleer. Impfen lassen sollten sich nicht nur Schwangere, Alte und Kranke, sondern ebenso Kinder, alle in der Pflege Tätigen und Menschen, die Ältere und chronisch Kranke in ihrer näheren Umgebung haben.

Impfung der Erwachsenen gegen Keuchhusten zum Schutz von Neugeborenen

Wie das Robert-Koch-Institut empfiehlt auch Dr. Gerhard Bleckmann Erwachsenen eine Auffrischung des Impfschutzes gegen Keuchhusten. Da es in diesem Bereich ausschließlich Kombinationsimpfstoffe gibt, sollte man den Hausarzt nach einem solchen Impfstoff gegen Tetanus, Diphterie und Keuchhusten fragen. „Das ist besonders für alle Erwachsenen wichtig, die mit Alten und Neugeborenen zu tun haben. Am meisten durch Keuchhusten gefährdet sind nämlich Babys“, sagt Bleckmann. Die Impfung schützt sechs bis acht Jahre.

Nachimpfen der Erwachsenen gegen Masern und Röteln

Laut Dr. Alfons Fleer wurde der Impfstoff gegen Masern und Röteln 1970/71 eingeführt. Nun empfiehlt das Robert-Koch-Institut all denjenigen, die seitdem nicht oder erst ein Mal gegen Masern und Röteln geimpft wurden und unter vierzig Jahre alt sind, eine Auffrischung. „Zu viele junge Erwachsene sind heutzutage nicht geschützt. Einige Hundert erkranken pro Jahr an Masern oder Röteln. Das ist zu viel“, sagt Fleer.

Das Robert-Koch-Institut hat außerdem die Impfempfehlungen für die Windpocken und Pneumokokken herausgegeben. Wer sich darüber informieren möchte, kann bei der HNA-Sprechstunde anrufen oder den eigenen Hausarzt befragen.

Von Judith Strecker

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