Gesundheitswoche

Länger strahlend lächeln - Worauf es bei Dentalmaterialien ankommt

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Besser gut putzen: Wer einen Zahnersatz aus Kunststoff hat, sollte seine Zähne gründlich putzen, da der Genuss von Kaffee, Tee und Rotwein Verfärbungen zur Folge haben kann.

Naturgetreu und schön. Körperverträglich. Lange haltbar. An Zähne und Zahnersatz richtet jeder ganz besondere Wünsche. „Das ist auch richtig so“, bestätigt das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ). „Die Materialien beeinflussen schließlich beim Essen und Sprechen die Lebensqualität.“

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Worauf Patienten bei der Wahl ihres Zahnersatzes achten können, wieso Zahnersatz aus Keramik von echten Zähnen fast nicht zu unterscheiden ist und welche Rolle Metalle und Kunststoffe spielen, erläutert KpZ-Experte Professor Jürgen Geis-Gerstorfer.

Von Vollkeramik bis Titan – welche Materialien wann verwendet werden, hängt von vielen Faktoren ab: vom Befund des Zahnarztes, vom Umfang der Versorgung, von den ästhetischen Ansprüchen und auch von den Kosten.

Auf eines können sich Patienten dabei aber in jedem Fall verlassen: Materialien, die in deutschen Dentallaboren verwendet werden, sind alle CE-geprüft. Das bedeutet, die verwendeten Werkstoffe haben gesetzlich genau definierte Prüfungen durchlaufen. Entscheidend ist im Wesentlichen aber auch, dass sie im Meisterlabor fachgerecht verarbeitet werden.

Keramik ist naturgetreu

Geht es um Ästhetik, liegen moderne Vollkeramiken ganz vorne. Sie ahmen das natürliche Schimmern des Zahnschmelzes nach und sind von den eigenen Zähnen nur vom Fachmann zu unterscheiden. Gleichzeitig ist Vollkeramik biokompatibel, sie wird also vom Körper gut vertragen und ist auch für Allergiepatienten geeignet.

Besonders hochwertig ist die Zirkonoxid-Keramik. Ursprünglich in der Raumfahrttechnologie verwendet, hält Zirkonoxid heute auch starken Kaukräften im Mund stand: „Erprobte Fertigungsverfahren machen sie so stabil und belastbar, dass sie sogar nächtliches Zähneknirschen aushält. Deshalb ist sie auch für Kronen und kleinere Brücken im Backenzahnbereich verwendbar“, berichtet Professor Geis-Gerstorfer.

Kunststoffe sind instabiler

Alle dentalen Werkstoffe werden sorgfältig auf Verschleiß getestet. So auch die Kunststoffe. Durch Füllstoffe verstärkte Kunststoffe heißen in der Fachwelt „Komposite“ und enthalten Zusätze wie Glas oder Quarz. Häufig werden Komposite für im Mund gefertigte Füllungen oder Veneers verwendet. Versorgungen aus Kompositen sind ebenfalls zahnfarben. Sie sind günstiger als solche aus Keramik, allerdings weniger stabil. Hinzu kommt, dass Kunststoffe sich mit der Zeit verfärben können. Vor allem starke Raucher und alle, die gerne Kaffee, Tee oder Rotwein trinken, sollten daher besonders gründlich die Zähne putzen.

Metalle sind lange haltbar

Nicht-Edelmetalle, auch NEM-Legierungen genannt, werden verwendet, wenn sich Patienten vergleichsweise preiswerten Zahnersatz wünschen. Fehlt beispielsweise in einer geschlossenen Zahnreihe ein Zahn, sieht die sogenannte Regelversorgung eine Brücke aus einer Nichtedelmetall-Legierung vor. Je nachdem, an welcher Stelle der Zahn fehlt, übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten für eine zahnfarbene Verblendung im sichtbaren Bereich, beispielsweise aus Keramik oder Kunststoff. Nicht-Edelmetalle sind leichter und formstabiler als Edelmetalle und überwiegend auch gut verträglich.

Deutsche Dentallabore verwenden nur hochkarätige und geprüfte Edelmetall-Legierungen, die sorgfältig verarbeitet werden müssen. (nh)

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