Verblüffender Zusammenhang?

Langzeitstudie zeigt: Eine Grippeinfektion kann Parkinson begünstigen

Für viele Menschen ist die Grippe nichts weiter als eine stärkere Erkältung. Doch welche Langzeitfolgen eine Erkrankung haben kann, haben jetzt Forscher gezeigt.

Dänemark – Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Fieber: Wer schon mal eine Grippe hatte, weiß, wie unangenehm und kräftezehrend das ist. Schließlich können sich die Symptome über mehrere Tage hinziehen und manch einen sogar ans Bett fesseln. Doch wenn sie überstanden ist, sind viele erleichtert.

Besonders jetzt, wo es wieder in Richtung Winter und damit auch Grippezeit geht, raten Ärzte dazu, die Grippeimpfung aufs Neue aufzufrischen. Und das aus gutem Grund, sagt ein US-amerikanisches und dänisches Forscherteam.

Vergleichsstudie zeigt: Grippe kann Parkinson begünstigen

Denn überstandene Grippeerkrankungen, die sogar Jahre zurückliegen können, sollen einen Einfluss darauf haben, ob man später an Parkinson erkrankt. Bei der Parkinson-Krankheit* handelt es sich schließlich um eine Hirnerkrankung*, die vor allem im höheren Lebensalter auftritt und die Bewegungsfähigkeit einschränkt.

Kann eine Virusinfektion Parkinson begünstigen? Forscher meinen: ja. (Symbolbild)

Die Ursachen sind zwar noch nicht vollständig geklärt, doch die aktuelle Vergleichsstudie könnte ein weiteres Puzzleteil des Rätsels sein. Typische Symptome der Parkinson-Krankheit sind überdies:

  • Steife Muskeln
  • Muskelzittern in Ruhe
  • Instabilität der Körperhaltung
  • Starre Mimik

Dazu haben die Forscher über Jahrzehnte 10.271 Personen mit einer Parkinson-Erkrankung mit 51.335 gesunden Personen gleichen Alters und Geschlechts verglichen. Dabei hat sich herausgestellt: Die Parkinson-Patienten sollen zu 73 Prozent häufiger vor zehn oder mehr Jahren an Influenza erkrankt sein als die Vergleichsgruppe. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler in der medizinischen Fachzeitschrift „JAMA Neurology“ veröffentlicht. Doch ist dieser Zusammenhang wirklich kausal? Zumindest ist er nicht ganz neu.

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Vergleichsstudie zeigt: Grippe kann Parkinson begünstigen

Denn Parkinson soll bereits besonders nach der Spanischen Grippe, einer damals verheerenden globalen Epidemie am Ende des Ersten Weltkrieges, aufgetreten sein. Damals wurden neben Lungenentzündungen häufig auch Hirnhaut- und Gehirnentzündungen festgestellt. Forscher gehen sogar davon aus, dass auch die Alzheimer-Krankheit* durch Virusinfektionen begünstigt werden könne.

Virusbestandteile sowie Begleiterscheinungen wie Entzündungsreaktionen sollen beide neurodegenerativen Krankheiten befeuern. Demnach könne also eine Grippeimpfung* auch das Risiko, später an Demenz* zu erkranken, verringern. Dennoch muss auch hier noch weitere Forschung sowie Studien erfolgen, um diese Erkenntnisse zu untermauern. *24vita.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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