Der Laser verbessert die Behandlungserfolge

Verbesserte Erfolge: Schleimhaut, Zahnsubstanz und Knochen können mit der Lasertherapie vibrations- und schmerzarm behandelt werden. Foto: privat/nh

Mit der Lasertherapie wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem man Schleimhaut, Zahnsubstanz und Knochen vibrations- und schmerzarm behandeln kann. Wichtig ist, dass die Technologie geräuscharm ist, denn das typische Geräusch des Bohrers wirkt auf viele Menschen abschreckend.

Ein innovatives Verfahren

Auch wenn die Zahnmedizin zu den späten Kindern der Lasermedizin gehört, hat durch den Einzug der Lasertechnologie in die Zahnheilkunde der Behandler nun ein ausgereiftes innovatives Verfahren zur Verfügung, das diesen Anforderungen gerecht wird und neben den wissenschaftlich belegten Verbesserungen des Behandlungserfolges auch den Behandlungskomfort erhöht.

So auch bei Volker Spieker. Der Zahnarzt aus Kassel hat die Anwendung des Lasers seit 2005 erfolgreich in sein Behandlungsspektrum integriert. Im Gespräch erläutert er die Behandlungsmöglichkeiten.

Herr Spieker, bei welchen Behandlungen arbeiten Sie mit dem Laser ?

Volker Spieker: Wir arbeiten mit zwei Lasersystemen: dem Dioden- und dem Erbium:YAG-Laser. Dadurch können wir alle Bereiche abdecken. Überwiegend kommt der Laser bei Wurzelkanal- und Zahnfleischbehandlungen zum Einsatz. Wir haben aber auch die Möglichkeit Löcher zu bohren. Bei Kindern verwenden wir den Laser bei der Entfernung des Lippenbändchens. Der Vorteil liegt hier in einer blutungsarmen Behandlung und dem Verzicht auf eine anschließende Naht.

Welchen Vorteil bietet der Laser bei der Wurzelkanalbehandlung ?

Spieker: Der Laser ersetzt nicht die konventionelle Wurzelkanalbehandlung, sondern ist eine effektive Ergänzung zur Reduzierung der Bakterien im Wurzelkanal, da das Laserlicht tiefer in das Wurzelgewebe eindringt, als es bei den üblichen Spülungen und medikamentösen Einlagen der Fall ist.

Lasern bei Zahnfleisch- und Parodontitisbehandlungen: Ist das auch möglich?

Spieker: Nach erfolgreicher Vorbehandlung, zu der auch die Zahnreinigung gehört, können Laser die pathogenen Bakterien in der Zahnfleischtasche nahezu vollständig entfernen und das oberflächliche Granulationsgewebe abtragen. Ebenso lässt sich der auf der Wurzeloberfläche befindliche Biofilm sehr gut entfernen. Postoperative Beschwerden nach einer Parodontitisbehandlung mit dem Lasereinsatz sind deutlich geringer. Die Gabe eines Antibiotikums ist somit oftmals nicht notwendig. Wichtig ist aber auch hier, dass die konventionelle Behandlung vorausgehen muss und der Patient gut mitarbeiten sollte. Dazu gehören sorgfältige Zahnpflege und regelmäßige Kontrollen.

Stimmt es, dass der Laser auch zur Behandlung eines Herpes eingesetzt werden kann ?

Spieker: Ja, der Diodenlaser eignet sich hervorragend zu einer Herpesbehandlung. Allerdings muss man dafür gleich in den ersten Stunden die betroffene Stelle bestrahlen. Deshalb werden diese Patienten bei uns kurzfristig und ohne Termin behandelt. (nh)

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