Lebensmittel: Mindesthaltbarkeitsdatum bleibt

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Trotz offensichtlicher Irritationen unter den Verbrauchern soll am Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmittelverpackungen nicht gerüttelt werden. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) plane weder die Abschaffung noch eine Änderung, erklärte ihr Sprecher Holger Eichele in Berlin.

Aigner lässt derzeit untersuchen, warum jedes Jahr in Deutschland bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll landen.

Der Ernährungsausschuss des Bundestages will sich auf Antrag von Union und FDP mit dem Thema befassen. Sollte eine Ursache für das häufige Wegwerfen von Lebensmitteln in dem Mindesthaltbarkeitsdatum liegen, könne eine Umbenennung die Verschwendung verringern, sagte der Vorsitzende des Ernährungsausschusses, Hans-Michael Goldmann (FDP). Er verwies dabei auf den englischen Verzehr-Hinweis "best before ...", was so viel bedeutet wie "am besten vor dem ...".

Eichele erklärte, das Mindesthaltbarkeitsdatum sei "eine große verbraucherpolitische Errungenschaft, da es über die Frische eines Produkts informiert". Das Verbraucherministerium sehe jedoch Aufklärungsbedarf bei Herstellern, Handel und Verbrauchern zum richtigen Umgang mit diesem Datum. Es werde von den Verbrauchern oft so verstanden, dass ein Lebensmittel danach nicht mehr genießbar und daher wegzuwerfen ist.

Nicht mit Verbrauchsdatum verwechseln

"Dies ist jedoch eine Fehlinterpretation", erklärte Eichele. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallszeitpunkt, sondern eine Gütegarantie. Es sei das Datum, bis zu dem das betroffene Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen - beispielsweise ausreichend gekühlt - seine Eigenschaften behält. "Auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums kann ein Lebensmittel also durchaus noch tagelang zum Verzehr geeignet sein", erklärte der Sprecher.

Im Gegensatz dazu gelte das Verbrauchsdatum für mikrobiologisch leicht verderbliche Lebensmittel wie etwa Hackfleisch. "Nach Ablauf dieses Datums darf das Lebensmittel aus Gründen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes nicht mehr in den Verkehr gebracht werden", sagte Eichele.

Der Ernährungsausschuss berät auf Antrag der Koalitionsfraktionen über einen Bericht der Bundesregierung zu geplanten Initiativen des Verbraucherministeriums zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen und zu Möglichkeiten, den Begriff des Mindesthaltbarkeitsdatums zu ersetzen. (dapd)

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