Lebensrettende Defibrillatortherapie am Kreiskrankenhaus- Schutz vor akutem Herztod

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Es freuen sich über den gelungenen Eingriff:  Patient Richard Gaisbauer und (im Hintergrund von links nach rechts) Oberarzt Dr. Christoph Hüttich (Chirurgische Abteilung) Chefarzt Dr. Harald Schmid und Oberarzt Dr. Stephan Dylla (beide Medizinische Abteilung).

Seit kurzem werden am Kreiskrankenhaus Frankenberg Defibrillatoren eingepflanzt. Diese Geräte können nicht nur wie ein künstlicher Schrittmacher das Herz bei zu langsamem Herzschlag anregen, sondern auch lebensbedrohliche Rhythmusstörungen erkennen und den drohenden akuten Herztod durch  Elektroschock abwenden.

In Deutschland erliegen jährlich etwa 100 000 Menschen einem plötzlichen Herztod. In etwa 80 Prozent der Fälle wird dieser durch eine Rhythmusstörung mit sehr schnellem Herzschlag (Kammerflimmern) hervorgerufen. Dabei ziehen sich die Herzmuskelfasern nicht mehr gleichzeitig und synchron zusammen, sondern schnell  und chaotisch. Das Herz macht nur noch feine Zitterbewegungen; es steht praktisch still. Die Situation endet tödlich, wenn sie nicht sofort durch Elektroschock beseitigt wird. Hierbei geht es um Sekunden.

Die Wahrscheinlichkeit, eine solche Situation zu überleben, ist trotz optimaler Rettungssysteme mit fünf bis zehn Prozent sehr niedrig. War einem herzkranken Patienten jedoch zuvor ein Defibrillator eingepflanzt worden, kann dieser die bedrohliche Situation erkennen und das Kammerflimmern durch einen Stromschlag beenden.

Defibrillatoren werden seit 1980 eingepflanzt. Die Geräte sind heutzutage nur wenig größer als ein Herzschrittmacher. Sie bestehen aus einem Gehäuse mit Stromgenerator, Mikrochip und Batterieanteil. Ähnlich wie ein Herzschrittmacher werden sie unter die Haut der linken oberen Brustkorbseite eingepflanzt. Von hier aus wird ein Elektrodensystem über eine Vene in die rechtsseitigen Herzkammern vorgeführt und dort verankert. Dies erfolgt unter örtlicher Betäubung mit anschließender Kurznarkose für die Testung des Geräts. Die modernen Geräte haben eine Funktionsdauer von bis zu 10 Jahren.

Bei welchen Patienten sollte ein Defibrillator eingesetzt werden?

Einerseits bei allen Patienten, die eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung überlebt haben. Andererseits aber auch bei denjenigen, bei denen die Pumpleistung des Herzens stark eingeschränkt ist. In diesem Fall wird der Defibrillator prophylaktisch eingesetzt, weil das Risiko, ohne Vorboten am plötzlichen Herztod zu versterben, besonders groß ist. Häufigste Grunderkrankung ist hier die koronare Herzkrankheit mit durchgemachtem Herzinfarkt.

Die Ärzte des Kreiskrankenhauses Frankenberg haben langjährige Erfahrung mit der Implantation von medizinischen Geräten. Bisher wurden in internistisch-chirurgischer Gemeinschaftsarbeit über 1600 Herzschrittmacher implantiert. So verlief denn auch die erste Defibrillatorimplantation, die von den Oberärzten Dr. Hüttich und Dr. Dylla unter der Leitung von Chefarzt Dr. Schmid (Kardiologe) durchgeführt wurde, völlig reibungslos.

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