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Legionellen-Gefahr: Warum Sie Ihr Wasser trotz Energiekrise erhitzen sollten

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Von: Kilian Bäuml

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Wer Energie sparen möchte, sollte das nicht bei der Erwärmung des Trinkwassers machen. Das könnte zu einer Gefahr werden, da sich Bakterien im Wasser befinden.

Kassel – Angesichts der Energiekrise wird Verbrauchern geraten, Energie zu sparen. Viele Menschen versuchen deshalb beispielsweise weniger zu heizen.

Während die meisten Maßnahmen zum Energiesparen sinnvoll sind, kann eine aber zum Gesundheitsrisiko werden und sogar krank machen. Denn wenn Wasser nicht ausreichend erwärmt wird oder zu lange steht, werden Legionellen möglicherweise nicht abgetötet.

Wasser
Legionellen sind Bakterien, die sich im Wasser befinden. (Symbolbild) © Imago

Legionellen im Wasser: Das ist die Legionärskrankheit

Legionellen sind Bakterien, die bei Menschen verschiedene Krankheiten auslösen können. Eine Infektion mit Legionellen kann Symptome auslösen, die denen einer Grippe ähneln, aber auch bis hin zu einer Lungenentzündung reichen. Diese von den Legionellen ausgelöste Lungenentzündung wird Legionärskrankheit genannt, teilt die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKS) mit. Es handelt sich hierbei um eine schwere Atemwegskrankheit, die eine Hospitalisierungsrate von 95 Prozent hat und meldepflichtig ist.

Jährlich kommt es in Deutschland zu 19.000 bis 38.000 Erkrankungen, die von Legionellen ausgelöst werden, berichtet die DGKS weiter. Besonders gefährdet sind vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Die Energiesparmaßnahmen erhöhen das Infektionspotenzial von Legionellen

Dabei würden sich die meisten Infektionen mit Legionellen vermeiden lassen. Die sich im Wasser befindlichen Bakterien vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Bei Temperaturen über 48 Grad wird die Vermehrung gehemmt und ab 60 Grad Celsius werden die Bakterien abgetötet. Ein Ort, an dem man sich infizieren könnte, sind Trinkwasserinstallationen. Vor allem, wenn die Temperatur zu niedrig eingestellt ist, beispielsweise um Energie zu sparen. Trinkwasserinstallationen sind alle Installationen, die ans Trinkwassernetz angeschlossen sind, dazu zählen das hauseigene Wassersystem, sowie Installationen in öffentlichen Einrichtungen.

Um einer möglichen Infektion mit Legionellen vorzubeugen, wird deshalb von der DGKS empfohlen, die Temperatur des Warmwasserbereiches auf mindestens 50 Grad Celsius oder höher einzustellen.

Nicht am falschen Ende Energie sparen, das wird empfohlen

Um Energie zu sparen, werden aktuell Warmwassertemperaturen von 40 Grad oder Celsius oder weniger empfohlen. Bei diesen Temperaturen können sich die Legionellen allerdings ideal vermehren. Die DGKH hat eine ausführliche Pressemitteilung zum Thema Legionellen veröffentlicht, in der sie einen anderen Vorschlag zum Energie zu sparen macht. Die Temperatur der Trinkwassererwärmer sollte weiterhin bei über 50 Grad Celsius bleiben, um die Legionellen abzutöten.

Um trotzdem Energie zu sparen, sei ein sparsamer Umgang mit Wasser das Gebot der Stunde. Aus hygienischen Gründen sollte das Wasser in Trinkwasserinstallationen nicht zu lange verweilen. Die DGKH empfiehlt weiter, dass das Wasser sollte nie länger als 72 Stunden stehen, idealerweise sogar weniger als 24 Stunden, egal ob es sich um kaltes oder warmes Wasser handelt. (Kilian Bäuml)

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