Mediziner staunen

Mädchen kreischt laut auf Boygroup-Konzert - dann passiert das Unglaubliche

Als ein Mädchen aus Texas nach einem Konzertbesuch, bei dem sie sich wohl die „Lunge aus dem Hals schrie“, über Kurzatmigkeit klagt, finden die behandelnden Ärzte etwas Erstaunliches heraus.

Dallas - Für eine 16-Jährige aus dem US-Bundesstaat Texas wird ein Traum wahr, als sie die Boygroup, ihre Lieblingsband, One Direction endlich live auf einem Konzert sehen kann. Jeder, der schon einmal einen Live-Mitschnitt von einem Konzert dieser Art gesehen hat (oder gar dort war), weiß: Die Fans kreischen, sobald die Jungs auf die Bühne kommen. So wohl auch die 16-jährige Amerikanerin - ihr werden dieser Abend und die Konsequenzen wohl noch länger im Gedächtnis bleiben ...

Der Vorfall liegt schon einige Zeit zurück (One Direction sind inzwischen aufgelöst), Details wurden jedoch jetzt erst öffentlich gemacht.

Nach dem Konzert leidet das Mädchen unter Kurzatmigkeit, aber als diese auch am nächsten Tag noch anhält, entschließt sie sich, in eine Notaufnahme zu gehen. Bei den Untersuchungen können die Ärzte, so kann man es dem Fachblatt „Journal of Emergency Medicine“ entnehmen, vorerst nichts Ungewöhnliches feststellen - die Patientin hat keine Brust- oder Halsschmerzen, auch ihre Atemgeräusche hören sich normal an. Probleme mit der Lunge hat sie vorher wohl nie gehabt.

Knisternde Geräusche beim Abtasten des Oberkörpers

Als der leitende Arzt dann aber den Oberkörper des Mädchens abtastet, entdeckt er etwas Seltsames: Beim Drücken auf Hals und Brust konnte er offenbar ein ungewöhnliches knisterndes Geräusch hören. Ein Indiz dafür, dass die 13-jährige einen Lungenkollaps erlitten hat.

One Direction: Diese Jungs brachten schon viele Mädchen zum Kreislaufkollaps - doch ein Lungenkollaps nach ihrem Konzert ist wohl eher eine Neuheit.


Bei einer kollabierten Lunge befindet sich Luft in dem Raum zwischen Lunge und Brustkorb. Dieser Raum, der sogenannte Pleuraspalt, ist, wie auf Netzathleten.de erklärt wird, mit einer Flüssigkeit gefüllt. Dort herrscht ein Unterdruck, der Brust- und Lungenfell aneinanderheften lässt. Vereinfacht darstellen lässt sich dieser Unterdruck mit zwei Glasscheiben, zwischen denen Lungenkollaps erlitten hat. 

zum Beispiel Wasser ist - auch diese heften aneinander. Nachdem Luft in diesen Raum eingedrungen ist, lösen sich Brustkorb und Lunge sozusagen voneinander. Dadurch wird die Ausdehnung der Lunge in diesem bestimmten Bereich verhindert -  sie kollabiert. Das knisternde Geräusch entsteht durch die platzenden Luftbläschen. Die Luft hatte sich wohl nicht nur an einer Stelle im Oberkörper angelagert, wie es normalerweise der Fall ist - sondern an drei verschiedenen. 

Röntgenaufnahmen bestätigen die erste Theorie eines Lungenkollaps bei dem Mädchen. Doch sie zeigen auch noch etwas anderes: Die Luft hatte sich wohl nicht nur an einer Stelle im Oberkörper angelagert, wie es normalerweise der Fall ist - sondern an drei verschiedenen. Auch hinter ihrem Rachen und im Brustkorb selbst befand sich wohl Luft.

Mediziner sprechen von einem einzigartigen Phänomen 

Die Luftansammlung an drei verschiedenen Stellen im Oberkörper ist eine Neuheit: Wohl ist das gemeinsame Auftreten dieser drei Diagnosen in der Medizin bisher noch nie beschrieben worden. Eine weiterer verwirrender Fakt ist, dass sich keine Ursache für den Befund finden lässt. Live Science zufolge berichtet einer der Ärzte, dass es vielleicht ein kleines Loch in den Atemwegen der jungen Frau gibt, durch dieses die Luft aus der Lunge austreten kann. Das kleine Loch öffnet sich in Folge einer starken Anstrengung - etwa eine starke Anstrengung wie heftiges Schreien auf einem Konzert. Wahrscheinlich hat sich dieses Loch bei Entspannung der Lunge wieder geschlossen, sodass es in den Röntgenaufnahmen unsichtbar scheint. 

Dem Bericht zufolge durfte das Mädchen nach einer Behandlung mit Sauerstoff am nächsten Tag schon wieder nach Hause, da keine Komplikationen mehr auftraten. Es bleibt nur zu hoffen, dass die junge Dame ihre Stimme bei ihrem nächsten Konzert-Besuch etwas schont und nicht zu laut mitsingt. 

nb

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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