Nebenwirkung

Vergrößerte Brüste: Männer verklagen Pharmariesen

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Diese straffe enthaarte Brust entspricht einem männlichen Schönheitsideal. Dabei haben viele Männer mit ihrer Brust ein Problem: der „Männerbusen“ ist ein Tabuthema. Der Leidensdruck bei einer zu weibliche Brust -  „Gynäkomastie“ - ist groß. 

Tausende Männer haben in den USA eine Klage gegen einen Pharmakonzern eingereicht. Den Betroffenen sind wegen eines Medikaments Brüste gewachsen. Nun fordern sie Schadenersatz.

Wegen verheimlichter Nebenwirkungen droht dem US-Pharmakonzern Johnson & Johnson eine Klage von 13.000 Männern. Wie CNN berichtet, geht es bei der Klage um den Wirkstoff Risperidon. Durch die Einnahme von Pisperidon sollen den Männern Brüste gewachsen sein. Gynäkomastie lautet der medizinische Begriff für die Verweiblichung der männlichen Brust. 

Bei dem Medikament Risperdal handelt es sich um ein sogenanntes atypisches Neuroleptikum, das gegen Angstzustände und Depressionen eingesetzt wird. Die mögliche Nebenwirkung einer Gynäkomastie fehlte jedoch nach Angaben der Betroffenen auf dem Beipackzettel und soll erst Jahre später hinzugefügt worden sein. Das Medikament ist seit 1994 auf dem Markt.

Wenn Männern Brüste wachsen

In der Pubertät wachsen etwa jedem zweiten Jungen Brüste. In der Regel bildet sich diese Brustvergrößerung zurück. Das Ungleichgewicht zwischen dem weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen kann das Wachstum verursachen. Vor allem Östrogene können das Brustgewebe zum Wachstum anregen. Ein Östrogenüberschuss in der Pubertät kann eine Gynäkomastie auslösen. In den meisten Fällen ist dies allerdings nur vorübergehend. 

Aber auch bei älteren Männern können Busen wachsen. Gründe dafür sind unter anderem Übergewicht oder hormonelle Störungen. 

Brustverkleinerungen bei Männern sind laut einer Studie der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) in Deutschland mittlerweile die häufigsten ästhetisch-chirurgischen Eingriffe.

Über einen Betroffenen berichtet CNN. Demnach soll der heute 26-jährige Eric Bible als Kind Risperidon geschluckt haben. Mit dem Medikament wurden seine Angstzustände und eine bipolare Störung behandelt. Als 13-Jähriger bemerkte er, dass ihm Brüste wuchsen. Wenn er diese Nebenwirkungen gekannt hätte, hätte er das Mittel nie genommen. Zurückblickend fühle sich Bible als Teil eines Experiments. Seine Brüste wurden mittlerweile operativ entfernt.

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson weist die Vorwürfe zurück und erklärte laut CNN, dass das Medikament Risperdal einen nützlichen und sicheren Wirkstoff enthalten würde. 

ml

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