Experten warnen

Masern-Impfquote bei Kleinkindern zu niedrig

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Schutzimpfung Masern: Für Kinder werden zwei Impfungen gegen Masern in Kombination mit Röteln und Mumps (MMR-Impfung) empfohlen: die erste MMR-Impfung zwischen dem vollendeten 11. und 14. Lebensmonat und die zweite vor dem zweiten Geburtstag.

Masern sind extrem ansteckend. Die Viren werden leicht von Mensch zu Mensch übertragen. Kleinkinder in Deutschland sind aus Forschersicht noch immer unzureichend gegen Masern geimpft.

Nur 63 Prozent der Kinder erhalten vor ihrem zweiten Geburtstag die nötige Doppel-Impfung, wie Wissenschaftler vom Versorgungsatlas am Donnerstag mitteilten. 

Mehr als 73.000 Kleinkinder der Geburtsjahrgänge 2009 bis 2012 sind demnach nicht gegen Masern geschützt. Zwischen einzelnen Regionen in Deutschland gibt es große Unterschiede, teilweise sinken die Impfquoten. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte nennt diese Entwicklung „besorgniserregend“ und fordert eine Impfpflicht. „Ob Kinder die lebenswichtige Masernimpfung bekommen, hängt von ihrem Wohnort und der Einsicht der Eltern ab“, sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach.

Der Versorgungsatlas ist ein Studienportal des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung. Für ihre Untersuchung haben die Forscher den Impfstatus von 2,2 Millionen gesetzlich versicherten Kindern analysiert. Deutschland möchte ebenso wie viele andere Länder die Masern ausrotten. Dazu müssen mindestens 95 Prozent der Gesamtbevölkerung geimpft sein.

Masern

Masern sind eine sehr ansteckende Krankheit und zählen in Deutschland zu den meldepflichtigen Infektionen. Die Viren werden nur von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen übertragen, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen.

Fast jeder Kontakt führt zu einer Ansteckung, wenn ein Mensch nicht gegen Masern geimpft ist - sogar auf mehrere Meter Entfernung.

Symptome einer Masern-Infektion

Bereits fünf Tage vor Auftreten des typischen roten Hautausschlags sind Infizierte ansteckend. Masern beginnen mit grippeähnlichen Anzeichen wie hohem Fieber, Husten und Schnupfen. Erst einige Tage später folgt der Ausschlag und das Fieber steigt erneut. Nach rund vier Tagen verschwindet der Hautausschlag.

Komplikationen bei Masern

Da Masern vorübergehend das Immunsystem schwächen, können zusätzliche Erreger Mittelohrentzündungen, Bronchitis oder Lungenentzündungen verursachen. Bei rund einem von 1000 Erkrankten kommt es zu einer Gehirnentzündung. Etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen sterben daran, das entspricht etwa einem Toten auf 10.000 Patienten. Bei etwa 20 bis 30 Prozent der Patienten bleiben schwere Folgeschäden wie eine geistige Behinderung und Lähmungen zurück. 

Therapie

Eine Therapie gegen Masern gibt es nicht. Möglich ist nur eine Behandlung der Krankheitszeichen wie Fieber. Antibiotika sind gegen Viren-Erkrankungen wirkungslos. Sie kommen in der Regel erst zum Einsatz, wenn bakteriell verursachte Komplikationen auftreten.

Impfung

Für Kinder werden zwei Impfungen gegen Masern in Kombination mit Röteln und Mumps (MMR-Impfung) empfohlen: die erste MMR-Impfung zwischen dem vollendeten 11. und 14. Lebensmonat und die zweite vor dem zweiten Geburtstag. Größeren Kindern sowie Jugendlichen, die Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln versäumt haben, wird geraten, diese möglichst schnell nachzuholen.

Da es bei Masern aber Impflücken gibt, empfiehlt die Ständige Impfkommission seit 2010 auch allen Erwachsenen, die nach 1970 auf die Welt kamen und in der Kindheit nicht oder nur einmal gepikst wurden, eine Immunisierung. Besonders angeraten wird sie, wenn Menschen im Gesundheitsbereich oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten. Auch bei der Betreuung von Menschen mit einem geschwächten Immunsystem ist eine Impfung verantwortungsvoll.

dpa

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