Pilot-Studie zu THC und Parkinson

Kann Cannabis schwere Erkrankungen lindern? - Medizin-Studie gibt Hoffnung

Blätter einer Cannabis-Pflanze
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Cannabis: Medizin hofft auf Wirkung bei Parkinson. (Symbolbild)

Cannabis wird bereits seit langem in der Medizin verwendet. Jetzt zeigt eine Studie, das THC auch bei einer unheilbaren Krankheit helfen könnte. 

  • Cannabis in der Medizin: Pilot-Studie macht Pakinson-Patienten Hoffnung.
  • Das getestete Präparat ist bereits bei Krebs-Patienten zugelassen.
  • Die Krankheit Parkinson gilt als unheilbar.

Kassel - Lachen, Heißhunger und Entspannung. Viele nutzen Cannabis, um einen Rausch zu erleben. Seit kurzer Zeit ist aber auch die Medizin wieder an der Pflanze interessiert.

Bereits vor dem Verbot durch die Genfer Opium-Konferenz (1925) waren die Blüten der Cannabis-Pflanze in den Apotheken des Landes erhältlich. Fast 100 Jahre hat es nun gedauert bis die Wirkung der Pflanze wieder in der Medizin diskutiert wird. Eine neue Studie belegt jetzt auch die Wirksamkeit bei Parkinson.

Info zu Parkinson

Bei Parkinson handelt es sich um den langsam fortschreitenden Verlust von Nervenzellen. Die Erkrankung gilt bisher als unheilbar. Es wird davon ausgegangen das ca. 1 % der Weltbevölkerung, im Alter von über 60, an dieser Erkrankung leidet (Stand: 2004).

Anfangs zeigt sich die Krankheit durch Symptome wie:

- Störung im Geruchssinn

- Depressionen gepaart mit Stimmungsschwankungen

- Extreme Bewegungen im Schlaf

- Störungen des Magen-Darm-Traktes

Wenn die Krankheit ausgebrochen ist, haben Betroffene oft folgende Beschwerden:

- Muskelzittern

- Probleme beim Schreiben

- Veränderung im Bewegungsablauf während des Laufen

- Muskelstarre

- Haltungsinstabilität

- Verlangsamung der Bewegungen bis hin zur Bewegungslosigkeit

Cannabis in der Medizin: Bei Epilepsie wird es schon verschrieben

Bei einigen Krankheiten wird Cannabis schon als Medizin verschrieben. Unter anderem bei Epilepsie, ADHS und Depressionen. Das Inhaltsstoffe der Pflanze auch bei Parkinson helfen könnten, wird bereits seit längerem vermutet. Jetzt wurde hierfür auch der wissenschaftliche Beleg erbracht. Eine Studie der Universitätsklinik für Neurologie Innsbruck erbrachte diesen Nachweis.

Veröffentlicht wurde er am 05.08.2020 in Form einer Studie im „Annals of Neurology“. Für die Studie wurde das Cannabis-Präparat „Nabilon“ verwendet. Das Besondere an dem synthetischen Produkt ist, dass es bereits gegen Übelkeitsbeschweren von Patienten während der Chemotherapie zugelassen ist.

Medizin und Cannabis: Fünf Wochen lang wurde das Produkt verabreicht

Um die Wirksamkeit von Cannabis bei Parkinson zu untersuchen, führten die Forscher eine randomisierte Doppelblindstudie durch. Hierfür verabreichten sie 38 Frauen und Männern mit Parkinson das Präparat „Nabilon“. Bei dem Produkt handelt es sich um ein synthetisiertes THC-Präparat. Die Abkürzung THC steht für den Wirkstoff Thetrahydrocanibinoid.

Dieser sorgt unter anderem für das psychische „High“ von Cannabis, aber auch in der Medizin findet es Anwendung. Zu Beginn der Studie erhielten alle Probanden jeden Tag die synthetische Substanz. Nach fünf Wochen erhielt die Hälfte der Personen nur noch ein Placebo-Präparat.

Medizin-Studie zu Cannabis: Nicht gegen alle Symptome von Pakinson kann THC helfen

Das Cannabis-Präparat half in der Studie vor allem gegen die nicht-motorischen Beschwerden von Parkinson-Erkrankten. Gegen diese gab es bisher keine von der Medizin bestätigte Behandlungsmöglichkeit. Die nicht-motorischen Parkinson-Symptome werden mit NMS abgekürzt. Darunter fallen unter anderem Schlaflosigkeit und Angstzustände.

Gerade diese beiden Beschwerden wurden durch die Verabreichung von „Nabilon“ stark minimiert. Gegenüber scinexx.de berichtete das Forscher-Team allerdings auch: „Unsere Ergebnisse zeigen eine Verbesserung der gesamten NMS-Belastung mit Nabilon.“

Wenn auch die NMS-Beschwerden vordergründig mit Cannabis behandelt werden können, hatte das Präparat auch einen Effekt auf die motorischen Beschwerden der Patienten. Diese fielen allerdings nur gering aus.

Cannabis-Studie bestätigt sich: Medizin durch Placebo-Test überzeugt

Das Ergebnis der Cannabis-Studie bestätigte sich im Placebo-Test. Die Personengruppe, die nach der ersten Phase nur noch ein Placebo-Präparat bekam, zeigte eine signifikante Verschlechterung so scinexx.de. Bei den Personen, die weiterhin das Cannabis-Produkt bekamen, war eine Verbesserung zu beobachten. In der Medizin macht die Studie nun Hoffnung darauf das Cannabis in Zukunft zur Linderung von Parkinson-Beschwerden verwendet werden kann.

Allerdings handelt sich bei der vorliegenden Studie bisher nur um ein Pilotprojekt. Diese könnte in Zukunft allerdings als Ausgangspunkt für eine größere Studie dienen. Diese könnte dann eventuell sogar zu einer Zulassung des Cannabis-Produktes für Parkinson-Patienten führen. (luc)

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