Werbeversprechen auf dem Prüfstand

Eiweißpulver zum Muskelaufbau: Diese Proteinshakes schneiden am besten ab - fahler Beigeschmack bleibt

Ein Mann mischt sich nach dem Training Proteinpulver in seinen Shaker. Wie empfehlenswert Eiweißshakes tatsächlich sind, prüfte die Stiftung Warentest.
+
Ein Mann mischt sich nach dem Training Proteinpulver in seinen Shaker. Wie empfehlenswert Eiweißshakes tatsächlich sind, prüfte die Stiftung Warentest.

Mit Eiweißpulver angemischte Drinks versprechen optimalen Muskelaufbau. Doch von folgenden Proteinshakes sollten Sie die Finger lassen: Sie enthalten Schadstoffe.

  • Einige Männer - und auch Frauen - trinken sie täglich: Eiweißshakes, die für raschen Muskelaufbau sorgen sollen. 
  • Doch die Drinks sind nicht nur bei Sportlern beliebt: Auch viele Abnehmwillige greifen zu den Shakes*, da sie lange sättigen und dadurch das Hungergefühl dämpfen sollen. 
  • Was häufig nicht wirklich appetitlich anmutet, macht geschmacklich doch oft einiges her. Es gibt die Proteinshakes in den verschiedensten Geschmacksrichtungen wie Erdbeer, Schoko oder Vanille.

Die Stiftung Warentest als staatlich geförderte Verbraucherorganisation nahm bekannte Marken unter die Lupe, die Proteinshakes vertreiben - und kommt zu teils vernichtendem Ergebnis

Note vier und fünf: Folgende Eiweißshakes enthalten Schadstoffe

21 als besonders für Sportler deklarierte Produkte wurden von der Stiftung Warentest geprüft. Dabei lag das Augenmerk vor allem auf der Eiweißqualität, auf der Wahrhaftigkeit des Werbeversprechens und auf der Schadstoffbelastung. "Wir untersuchten die Pulver auf Mineral­ölbestand­teile (Mosh und Moah), freies 3-MCPD, Chlorat und Perchlorat, Blei, Kadmium, Nickel, Queck­silber, Arsen und Aluminium", heißt es in der Veröffentlichung von Stiftung Warenstest. Im Labor fiel auf, dass vier Pulver auffällig mit Schadstoffen belastet waren, darunter drei vegane Produkte mit EU-Biosiegel, die nur pflanzliches Eiweiß enthalten. Unter anderem folgende Produkte waren betroffen: 

  • "Protein 90 Neutral" von Rossmann Wellmix Sport
  • "Sportlerheld Protein-Pulver, vegan Bio9" von Bio Planète
  • "Sport Premium Protein 78 Pure, vegan Bio3" von Raab Vitalfood
  • "Vegan High Protein Shake Vanilla, vegan Bio" von Pur Ya!

Zwei der nachgewiesenen Schadstoffe, Nickel und Aluminium, könnten die Pflanzen aus dem Boden aufgenommen haben, so die Erklärung der Verantwortlichen. Andere Schadstoffe wie Mineralölbestandteile Mosh oder 3-MCPD stammen wohl aus Produktionsprozessen.

Lesen Sie auchWie viele Proteinshakes darf ich am Tag trinken? Ernährungsexpertin hat eindeutige Meinung.

Die Proteinshake-Testsieger - mit fahlem Beigeschmack

Die anderen geprüften Eiweißshakes erhielten zum Großteil die Bewertung "insgesamt in Ordnung", wobei einige Produkte in der Kategorie "Deklaration" extrem schwächelten. Hier wurde oft mit Abbildungen von Vanilleschoten oder -blüten der Eindruck erweckt, dass der Drink Bestandteile der echten Vanille enthält - obwohl laut Analyse keine nennenswerten Mengen des Gewürzes im Pulver enthalten waren. Diese Verbrauchertäuschung bestrafte die Stiftung Warentest mit einer schlechten Bewertung in der Kategorie "Deklaration". 

Die beste Bewertung im Test konnten unter anderem folgende Produkte verbuchen:  

  • "Muscle Protein 90 Vanille Geschmack" von Champ
  • "Eiweiß 90 Shake Neutraler Geschmack" von dm Sportness
  • "Premium Grade Designer Whey Protein, Geschmack Vanilla" von ESN

Bei diesen - wie auch bei den meisten anderen Produkten - weist die Stiftung Warentest in den Fußnoten allerdings darauf hin, dass sich die Eiweißshakes für die meisten Sportler nicht eignen: "Frei­zeit­sportler* nehmen schon mit der normalen Nahrung deutlich mehr Pro­tein auf, als sie brauchen. Und auch Leis­tungs­sportler können ihren erhöhten Bedarf damit normaler­weise pro­blemlos decken. Nur für wenige Sportler sind Pro­teinpulver geeignet – etwa wenn sie sich vorüber­gehend über mehrere Tage nicht aus­gewogen ernähren können oder auf ein geringes Wett­kampf­gewicht achten müssen wie Ski­springer und Turner".

WeiterlesenDie beste Tageszeit für Sport: Wann Sie am effektivsten trainieren.

jg

So funktioniert der Fitness-Trend HIIT

Die Trainingsform HIIT lässt sich mit vielen Sportarten kombinieren - selbst Exoten wie dem Battle Rope Training. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Die Trainingsform HIIT lässt sich mit vielen Sportarten kombinieren - selbst Exoten wie dem Battle Rope Training. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Gewichte stemmen: HIIT stammt aus dem Ausdauersport, das Grundprinzip gibt es aber auch im Kraftsport - hier aber unter dem Namen HIT. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Gewichte stemmen: HIIT stammt aus dem Ausdauersport, das Grundprinzip gibt es aber auch im Kraftsport - hier aber unter dem Namen HIT. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Kurzes Training unter Volllast: Spätestens seit 2018 ist HIIT einer der großen Fitness-Trends in Deutschland. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Kurzes Training unter Volllast: Spätestens seit 2018 ist HIIT einer der großen Fitness-Trends in Deutschland. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn © Franziska Gabbert
Prof. Christoph Eifler ist Sportwissenschaftler und Fachbereichsleiter Trainings- und Bewegungswissenschaft an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Foto: DHfPG/BSA/dpa-tmn
Prof. Christoph Eifler ist Sportwissenschaftler und Fachbereichsleiter Trainings- und Bewegungswissenschaft an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Foto: DHfPG/BSA/dpa-tmn © DHfPG
Alexander Wulf ist Pressesprecher beim Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen DSSV. Foto: DSSV e.V./dpa-tmn
Alexander Wulf ist Pressesprecher beim Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen DSSV. Foto: DSSV e.V./dpa-tmn © DSSV e.V.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.