Millionen Versicherte bekommen Gesundheitskarte

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Muster der elektronischen Gesundheitskarte verschiedener Krankenkassen liegen auf einem Tisch

Berlin - Nach zahllosen Rückschlägen soll die elektronische Gesundheitskarte nun tatsächlich in großem Stil verteilt werden. Noch sind aber keineswegs alle Probleme des gigantischen IT-Projekts behoben.

Acht Jahre nach dem Beschluss zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sollen Millionen Versicherte die Karte nun bekommen. Ab Oktober wird die Karte bundesweit verteilt. Details wollen die verantwortlichen Organisationen der Ärzte, Krankenkassen und Kliniken an diesem Mittwoch in Berlin präsentieren.

Bis Ende des Jahres sollen laut schwarz-gelber Gesundheitsreform bundesweit zehn Prozent der 70 Millionen gesetzlich Versicherten mit der neuen Karte ausgestattet sein. Sonst müssen die Kassen Strafen zahlen.

Die Karte wurde mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz beschlossen, das Anfang 2004 in Kraft trat. Es klang wie eine kleine Revolution: Alle Versicherten sollten sie bekommen. Ärzte und andere Heilberufler sollten verschlüsselt Einblick in die Patientendaten erhalten. Die Informationen über Befunde aus dem Labor, Arztbriefe, Röntgenbilder oder die verordneten Medikamente sollten die Behandlung verbessern, Reibungsverluste verhindern und Kosten sparen. Doppeluntersuchungen - so die Hoffnung - sollten vermieden werden.

Doch technische und organisatorische Schwierigkeiten, Ängste etwa der Ärzteschaft, Widerstand bei den Akteuren im Gesundheitswesen verzögerten die Karte immer weiter. So trat das Projekt jahrelang auf der Stelle, obwohl die Ausgabe der Karten immer wieder angekündigt wurde. Union und FDP beschlossen zum Amtsantritt 2009 erst einmal eine Bestandsaufnahme.

So verlängern Sie Ihr Leben

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Nun sollen die Karten zunächst mit Adresse und anderen Grunddaten sowie einem Foto des Versicherten ausgegeben werden. In weiteren Ausbaustufen sollten auf Wunsch des Versicherten auch Notfalldaten - etwa über bestehende Vorerkrankungen oder Allergien - und Hinweise auf Patientenverfügungen und Organspenderklärungen aufgenommen werden. Schließlich soll der elektronische Arztbrief kommen, mit dem Ärzte untereinander Daten auf sicherem Weg austauschen können.

Eine Online-Anbindung ist zum Start noch nicht vorgesehen. In einem ersten Schritt sollen die Stammdaten online geändert werden können, etwa wenn der Versicherte umzieht. Die Kassen können sich dann das Verschicken neuer Krankenkassenkarten sparen. Missbrauch wird eingedämmt.

Beobachter erwarten, dass im kommenden Jahr eine Mehrheit der Versicherten die Karte bekommt. Bis die auch medizinisch nützlichen Anwendungen in größerem Umfang dazukommen, kann es noch Jahre dauern.

Hinter den Kulissen deutete sich in den vergangenen Tagen ein neuer Konflikt der Gesellschafter der Betreibergesellschaft Gematik an. Der Verband der Krankenkassen stellte ein Modell vor, nach dem das Online-Update der Versicherten-Stammdaten beschleunigt vorangetrieben wird. In der Ärzteschaft wurde die Sorge laut, dass die medizinisch nützlichen Anwendungen ins Hintertreffen geraten.

Die häufigsten Rücken-Irrtümer

Rückenschmerzen kennt fast jeder, sie haben sich mittlerweile zu einer Volkskrankheit entwickelt. So existieren auch diverse Mythen über den Rücken. Hier die häufigsten Rücken-Irrtümer.
Rückenschmerzen kennt fast jeder, sie haben sich mittlerweile zu einer Volkskrankheit entwickelt. So existieren auch diverse Mythen über den Rücken. Hier die häufigsten Rücken-Irrtümer. © Bayer Health Care
Falsch: Harte Matratzen sind besser: Studien zeigen, dass bei Rückenschmerzen mittelharte Schlafunterlagen besser sind. Auf harten Matratzen verspannt sich der Rücken, was die Beschwerden verstärkt. Die Unterlage muss sich an die natürliche Krümmung der Wirbelsäule anpassen.
Falsch: Harte Matratzen sind besser: Studien zeigen, dass bei Rückenschmerzen mittelharte Schlafunterlagen besser sind. Auf harten Matratzen verspannt sich der Rücken, was die Beschwerden verstärkt. Die Unterlage muss sich an die natürliche Krümmung der Wirbelsäule anpassen. © Bayer Health Care
Die 4 häufigsten Rücken-Irrtümer
Richtig: Beim Matratzenkauf kommt es auf das Körpergewicht an und darauf, ob Sie allein oder zu zweit schlafen. Als Faustregel gilt: Geringes Gewicht – weichere Matratze, größeres Gewicht – härtere Matratze. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten. © dpa
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Falsch: Wer schwer hebt, ruiniert sich das Kreuz Schwere Lasten sind nicht automatisch rückenschädlich. Entscheidend ist die richtige Trage- und Hebetechnik. Am Arbeitsplatz können zudem Hilfsmittel wie Tragegurte oder Tischwagen eine gute Unterstützung sein. © dpa
Hocken Rücken Schmerzen
Richtig: rückenschonende Methode zum Anheben ist die Kniebeuge: in die Hocke gehen, den Rücken gerade halten und... © DAK
Bandscheibe Wirbelkörper
...den Gegenstand mit der Muskelkraft aus den Oberschenkeln und dem Gesäß hochstemmen. Die Arme sollten Sie möglichst nah am Körper halten. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen und Drehungen. © dpa
Die 4 häufigsten Rücken-Irrtümer
Falsch: Wer zu viel sitzt, bekommt automatisch Rückenschmerzen. Richtig: Nur weil jemand viel sitzt bekommt er nicht automatisch Rückenbeschwerden. © dpa
Bandscheibe Wirbelkörper
Schreibtisch-Menschen brauchen lediglich körperlichen Ausgleich und Bewegungspausen, die Sitzposition sollte so oft wie möglich verändert werden. Keilkissen oder ergonomisch geformte Stühle mit beweglicher Rückenlehne unterstützen außerdem den Rücken. Verzichten Sie mal auf das Auto und fahren Sie stattdessen mit dem Fahrrad ins Büro. Oder steigen Sie eine Station früher aus der U-Bahn und gehen Sie die letzten Meter zu Fuß. © DAK
Bandscheibe Wirbelkörper
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Die 4 häufigsten Rücken-Irrtümer
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Bandscheibe Wirbelkörper
Die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern dienen als Stoßdämpfer. Verrutschen sie, können sie auf die Nerven drücken und Schmerzen auslösen. © DAK

Momentan werden laut Bundesgesundheitsministerium in Krankenhäusern und Praxen neue Geräte installiert, die die neuen Karten sowie die bisherigen Krankenversichertenkarten verarbeiten können. Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser erhalten eine Pauschale für die Geräteterminals, wenn sie bis 30. September bestellt werden. Nur in der Pilotregion Nordrhein wurden die Terminals bereits installiert.

dpa

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