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Geheimtipp für die Gesundheit: Moos wird oft unterschätzt

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Von: Constantin Hoppe

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Moose findet man fast überall im Wald und auf der Wiese – doch über Anwendungsmöglichkeiten für die Gesundheit ist nur wenig bekannt. Beim Lebermoos lohnt sich jedoch ein zweiter Blick.

Kassel – Moose sind eine der ältesten Pflanzengattungen überhaupt. Sie wachsen fast überall zu unseren Füßen und fristen ein scheinbar eher ein untergeordnetes Dasein. Vielerorts werden diese Pflanzen auch als Unkraut bezeichnet. Dabei stecken in ihnen großartige Eigenschaften.

Die Gruppe der Moose hat sich seit 350 Millionen Jahren kaum verändert. Und das scheint sie über diesen langen Zeitraum auch nicht nötig gehabt zu haben. Seit langem ist bekannt, dass Moose keinerlei Fressfeinde haben. Der Grund dafür sind die biologisch aktiven Inhaltsstoffe, die höhere Tiere genauso abwehren wie Insekten, Schnecken, Bakterien und Viren.

Brunnen-Lebermoos, Brunnenlebermoos (Marchantia polymorpha)
Das Brunnenlebermoos fristet ein ruhiges Dasein an feuchten Orten. © A. Hartl/Imago

Übrigens: Das als Trauerschmuck, als Hustenmittel, aber auch als Winterfutter bekannte Islandmoos (Cetraria islandica) gehört nur dem Namen nach zu den Moosen: Tatsächlich ist es eine Flechte.

Moose und die Gesundheit: Die Forschung steht noch ganz am Anfang

Trotzdem ist über den medizinischen Nutzen der meisten Moose derzeit noch nicht viel bekannt: Zwar findet man sie an vielen Orten, doch wissenschaftliche Studien über Moose sind noch selten.

Doch es gibt vielversprechende Ansätze: Insbesondere das Lebermoos kann mit einer Vielzahl von Anwendungen punkten. Eine Studie der Kangwon National University in Südkorea aus dem Jahr 2021 kam zu dem Ergebnis, dass Lebermoos stark entzündungshemmend wirkt und vermutlich auch zur Herstellung entsprechender Medikamente geeignet ist. Und es gibt auch Anwendungsmöglichkeiten im Haushalt.

Lebermoose: Auch eine Wirkung ähnlich der von Cannabis wurde bereits festgestellt

Doch Lebermoos ist nicht gleich Lebermoos: Die entzündungshemmende Wirkung des Mooses wurde nur bei einer Art festgestellt, die in Südost-Asien vorkommt. Dieses produziert THC ähnlich wie Cannabis – jedoch ohne die berauschende Wirkung. Das bedeutet aber nicht, dass es für das heimische Lebermoos – allen voran das weit verbreitete Brunnenlebermoos – keine gesundheitsfördernde Anwendung gibt.

Brunnenlebermoos
lateinischer Name:Marchantia polymorpha
Verbreitungweltweit in allen Klimazonen
Besonderheitenstark fungizide Wirkung

Das Brunnenlebermoos (Marchantia polymorpha) hat eine stark fungizide Wirkung, wie 2009 eine Studie aus China nachwies. Diese wird teilweise als stärker als im Handel erhältliche Fungizide angegeben. Deshalb kann es auch als Mittel gegen verschiedene gesundheitliche Beschwerden, sowohl beim Menschen als auch bei Tieren, angewandt werden, wie die Online-Plattform utopia.de berichtet.

Brunnenlebermoos Nahaufnahme Brutbecher mit Brutkoerper
Das Brunnenlebermoos gut zu erkennen sind der Brutbecher mit Brutkörper © imago

Tausendsassa Lebermoos: Verwendung in Haushalt, Pflanzenpflege oder bei Hautbeschwerden

Beim Menschen gilt Lebermoos vor allem als Mittel gegen Pilzerkrankungen wie Haut- oder Nagelpilz. Dabei kann man dreimal täglich etwas Lebermoos-Extrakt mit einem Wattebausch auf die betroffenen Körperstellen auftragen. Zudem ist Lebermoos-Extrakt zur Anwendung als Fußbad geeignet. Auch Pilzkrankheiten bei Haustieren sind mit Lebermoos-Extrakt behandelbar. Verwendung allem für Pferde wird die Heilpflanze oft empfohlen.

Lebermoos-Extrakt ist in der Apotheke erhältlich. Aber Vorsicht: Bei der Anwendung als Hausmittel gegen gesundheitliche Beschwerden sollte Lebermoos ausschließlich äußerlich angewendet werden. Seinen Namen hat diese Moos-Gattung übrigens daher, dass im Mittelalter Leberbeschwerden mit Lebermoos behandelt wurden - eine solche Wirkung konnte wissenschaftlich aber nicht nachgewiesen werden.

Auch im Haushalt ist die fungizide Wirkung des Mooses nützlich, wie utopia.de berichtet: Lebermoos ist ein wirksames Mittel, um Schimmel zu entfernen, egal ob Schimmelpilze an Wänden oder in Fugen, in Blumentöpfen oder auf Textilien. Lebermoos wirkt auch auf Gehwegen oder gepflasterten Flächen im Garten und Pflanzen, die von Pilzen befallen sind. Dazu kann man Lebermoos-Extrakt im Verhältnis zwischen fünf und 20 Prozent mit Wasser verdünnen und betroffene Stellen einsprühen und abwischen. (con)

Hinweis der Redaktion: Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln und die Anwendung von Hausmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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