Was Mücken lieben

Licht zieht Mücken nicht an - sondern ein Getränk, das fast jeder ab und zu trinkt

Lavendelöl, Mückenspray, Fliegengitter: Sie probieren alles mögliche, um sich vor lästigen Stechmücken zu schützen? Eine Art Getränk sollten Sie dann meiden.

  • Sie können einem den entspannten Sommerabend auf der Terrasse oder im Biergarten gehörig vermiesen: Stechmücken.
  • Wer jetzt kein Mückenspray parat hat, der kann mit unzähligen Mückenstichen rechnen – die teilweise noch Tage nach dem eigentlichen Stich jucken.
  • Nicht nur der Geruch von Schweiß zieht Mücken magisch an*. Auch Liebhaber bestimmter Getränke sollen besonders gefährdet sein.

Der Sommer hat auch seine Schattenseiten: Wespen lassen einen nicht in Ruhe auf dem Balkon frühstücken und auch ein Sommergewitter kommt oft unverhofft und unerwartet – ein Schirm ist dann meist nicht zur Hand. Was die meisten aber wohl am lästigsten empfinden: um den Körper schwirrende Stechmücken, die nur eines wollen – Blut saugen. Biologin Ulla Gordon aus Regensburg erforscht das Verhalten von Stechmücken, räumt mit ein paar hartnäckigen Mythen rund um die Vorlieben der kleinen Plagegeister auf – und hat zudem einen Tipp, den viele nicht kennen dürften.

So haben Mücken anscheinend eine Vorliebe für beschwipste Menschen: „Wir haben tatsächlich mal in einer Studie herausgefunden: Wenn man ein bisschen Alkohol getrunken hat, wird man sogar noch etwas attraktiver für Mücken", so Biologin Gordon. Ob Bier, Wein oder Cocktails: Wer Mücken auf Abstand halten will, sollte also die Finger von Alkohol lassen.

Alkoholisierte Menschen sind attraktiver für Mücken - doch viele Mythen stimmen nicht

„In der Stadt wird man das so wahrscheinlich nicht bemerken, aber so ein bisschen außerhalb, wo es Überschwemmungsgebiete gibt, wo etwa Wiesen geflutet werden, da kann es schon mal passieren, dass da wirklich Millionen Mücken gleichzeitig schlüpfen und das ist für die Leute, die dort wohnen, die Hölle", so Gordon im Interview zum Thema, wo sich die meisten Mücken tummeln. Im Sat-1-Interview verrät sie außerdem, welche Mythen nicht der Wahrheit entsprechen:

  • Mücken ernähren sich von Blut

Das stimmt so nicht, nur die Weibchen verwenden die Nährstoffe aus dem Blut, um Eier ablegen zu können.

  • Mücken mögen süßes Blut

Auch hier handelt es sich um eine Mär. Für die Mücke spielt es Gordon zufolge keine Rolle, ob das Blut besonders zuckerhaltig ist oder nicht.

  • Licht zieht Mücken an

„Licht zieht Mücken nicht an. (...) Man kennt ja diese Blaulicht- oder UV-Fallen für Mücken, das funktioniert aber nicht, sondern die locken eher tatsächlich Schmetterlinge oder Falter an - also Insekten, die man gar nicht fangen möchte“, warnt Mücken-Expertin Gordon.

(jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

Blutrünstige Plagegeister: Kleine Mückenkunde

Je feuchter und wärmer der Sommer, desto besser vermehren sich Mücken. Eine Pfütze reicht ihnen schon. Doch nur die Weibchen stechen zu. Eine kleine Mückenkunde: © dpa
Warum stechen Mücken? Stechmücken ernähren sich von zuckerhaltigen Pflanzensäften. Für die Reifung der Eier bei der Vermehrung braucht das Weibchen allerdings eiweißreiche Nahrung. Nur darum saugt es Blut - bei Tier und Mensch. © dpa
Ein Mückenweibchen kann nach einer Blutmahlzeit bis zu 300 Eier legen. Die Vermehrung von Mücken ist temperaturabhängig und dauert im Sommer nur wenige Tage. © dpa
Mückenweibchen besitzen für das Blutsaugen einen hochspezialisierten Rüssel. Beim Blutsaugen wird Speichelflüssigkeit abgegeben, die unter anderem die Stichstelle betäubt. Das Speichelsekret wird in der Regel erst nach dem Stich vom Immunsystem des Gestochenen erkannt. Es löst den Juckreiz und kleine Schwellungen aus. © dpa
Können Mücken Krankheiten übertragen? Für unsere Breiten ist das nicht bekannt. Vor allem in den Tropen gelten Mücken aber als Überträger zahlreicher Krankheitserreger wie Viren, Einzeller und Fadenwürmer. © dpa
Gefährliche Krankheiten, die mit Stechmücken in Zusammenhang stehen, sind die Malaria oder das Gelbfieber. Doch nicht jede Mückenart kann jeden Erreger übertragen. © dpa
Wie schützt man sich am besten vor Mücken?Wer keine Plagegeister mag, sollte auf dünne Kleidung und nackte Haut verzichten. Da viele Mückenarten die Schwüle und die Dämmerung lieben, empfiehlt es sich, im Haus zu bleiben. Dort können Fenstergitter Mücken fernhalten. Haut mit natürlichen und synthetischen Abwehrstoffe einschmieren oder auch damit die Kleidung imprägnieren. © dpa
Oberstes Gebot ist beim Mückenstich: nicht kratzen! Durch das Kratzen verlängert sich nicht nur der Heilungsprozess, sondern es kann auch zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen, die sich zu bösen Entzündungen entwickeln können. Durch Einreiben mit alkoholischen Lösungen kann man die Stichwunde desinfizieren. Kühlung hilft, den Juckreiz zu unterdrücken. Nach einigen Tagen sollten Juckreiz und Quaddel verschwunden sein. © dpa

Weiterlesen: Hausmittel gegen Mückenstiche und wie Sie nicht gestochen werden.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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