Wenn ambulante Schmerztherapie nicht ausreicht

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Der Patient steht bei der multimodalen, stationären Schmerztherapie im Zentrum des Handelns.

Für Patienten, denen mit einer ambulanten Schmerztherapie nicht langfristig geholfen werden kann, bietet sich unter Umständen eine stationäre Therapie an. Fachgebietsübergreifend arbeiten dabei Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten zusammen und verzeichnen gute Ergebnisse.

Nach fünf Jahren erfolglosen Kampfes gegen ihre Beschwerden war Ursula G. schließlich beim spezialisierten Schmerztherapeuten „gelandet“. Dort hatte alles so viel versprechend begonnen. Die Schmerzen waren sogar etwas besser geworden. Sie hatte dort Entspannungsverfahren kennen gelernt, Funktionstraining verschrieben bekommen, neue Medikamente erhalten. Aber schließlich stellte sich nach und nach doch der alte Zustand wieder ein. „Man hatte mir damals schon gesagt, dass meine Krankheit austherapiert sei. Die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten seien ausgereizt“, berichtet Frau G. „Ist es nun wirklich so weit, dass mir keiner mehr helfen kann?“ möchte sie wissen. Hoffnungslosigkeit und Zweifel sind ihr anzusehen."

„Jeder Arzt, jeder Therapeut begegnet Patienten, denen er nicht so helfen kann, wie er es gerne möchte. Auch nicht in enger Zusammenarbeit mit anderen ärztlichen und therapeutischen Disziplinen,“ erklärt Dr. Eberhardt Sumpf. „Genau aus solchen scheinbar ausweglosen Situationen heraus wurden Ideen für neue Behandlungsstrukturen geboren und die Resultate sind ermutigend“. Bereits am Anfang der Gründung des Gesundheitszentrums am Vogelsang, Hann. Münden stand der Gedanke, verschiedene medizinische und gesundheitsspezifische Einrichtungen unter einem gemeinsamen Dach nicht nur räumlich, sondern insbesondere auch konzeptionell zusammenzuführen.

Von Beginn an wurde dabei ein Weg verfolgt, der in hohem Maße die früher übliche hierarchische Strukturierung mehr oder weniger gut kooperierender Krankenhausabteilungen durchbricht und viel stärker auf die Chancen der Verzahnung und des „Miteinander“ vertraut. Aus dieser Zusammenarbeit heraus entstand im letzten Jahr ein neuer Therapiezweig, in welchem sowohl stationäre, als auch ambulante medizinische Einrichtungen des Gesundheitszentrums gemeinsam die Patienten betreuen. Es handelt sich um die sog. stationäre multimodale Schmerztherapie. „Kooperation genügt hier nicht. Enge Vernetzung ist gefragt. Und dafür haben wir hier optimale Voraussetzungen“, berichtet Dr. J. Gephart, Oberarzt im Nephrologischen Zentrum Niedersachsen (NZN), der federführend unter der Leitung von Klinikleiter Prof. Dr. Volker Kliem, zusammen mit Dr. Sumpf die stationäre Schmerztherapie aufgebaut hat.

Seit Oktober 2009 gibt es im NZN auch eine Palliativstation mit fünf Betten. Für Schmerzpatienten mit einer bösartigen Tumorerkrankung steht im NZN schon seit Jahren die palliativmedizinische Komplexbehandlung für Patienten zur Verfügung. Im Idealfall hat der Patient nicht das Gefühl, dass „man ihn behandelt“, sondern, dass er selbst Teil des therapeutischen Netzwerkes ist. Ärzte, Psychologe, Physiotherapeuten, Pflegekräfte, gegebenenfalls Kunsttherapeutin, Ergotherapeutin, Ernährungsberaterin und Sozialberaterin arbeiten Hand in Hand. Und zwar auf gleicher Augenhöhe sowohl unter einander, als auch gegenüber dem Patienten. Dieser wird in die Gestaltung des Therapieverlaufes mit einbezogen, indem alle Beteiligten seine bisherigen Erfahrungen und seine persönlichen Ziele ernst nehmen und berücksichtigen. Tägliche gemeinsame Konferenzen und akribische Erfolgskontrollen sind ein wichtiger Bestandteil im Gesamtkonzept. Die Erfahrung, gemeinsam „an einem Strang zu ziehen“, beflügelt die Beteiligten und steigert die Chancen für den Erfolg. Die Aufnahme eines Patienten in die stationäre multimodale Schmerztherapie ist an festgelegte Voraussetzungen geknüpft. Diese müssen möglichst im Vorfeld überprüft werden. Deshalb ist vor einer entsprechenden Einweisung stets eine Rücksprache mit dem Krankenhaus nötig.

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