Autoimmunkrankheit

Multiple Sklerose: Neue Immuntherapien machen Hoffnung 

Neue Immuntherapien machen Hoffnung. 
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Neue Immuntherapien machen Hoffnung. 

Multiple Sklerose ist nach wie vor eine schwerwiegende neurologische Krankheit. Ein Neurologe erklärt, warum viele Patienten dennoch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken können.

  • Schätzungen zufolge sollen weltweit rund 2,5 Millionen Menschen mit Multiple Sklerose leben.
  • In Gehirn und Rückenmark verstreut auftretende Entzündungen* lösen bei Betroffenen Sehstörungen bis Lähmungserscheinungen aus.
  • Neurologen erklären, warum viele Patienten dennoch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken können.

Die Nervenkrankheit Multiple Sklerose - kurz MS - zeigt sich meist bereits im frühen Erwachsenenalter. Wie bei den meisten Erkrankungen gilt auch bei MS: Je früher sie erkannt und behandelt wird, desto besser die Therapieaussichten. Eine Heilung ist bislang nicht möglich, doch die Kombination verschiedener Therapien kann die Symptome eines akuten entzündlichen Schubs abmildern und den Krankheitsverlauf hinauszögern.  

Dass Multiple Sklerose heute in den meisten Fällen hervorragend behandelbar ist, bestätigt auch der Neurologe Christoph Kleinschnitz, Leiter der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen: In einem Bericht auf Focus Online sagt der Experte: "Ich will nicht sagen, dass die MS ihren Schrecken verloren hat, bis heute ist sie eine schwere neurologische Krankheit. Aber unsere Patienten können heute in der Regel ein aktives Berufs- und Sozialleben führen. Und natürlich sitzt mittlerweile bei weitem nicht jeder Patient im Rollstuhl."

Bis heute können Mediziner den individuellen Verlauf, den die Erkrankung nimmt, allerdings nicht vorhersagen. "Wir haben bisher keinen Marker im Blut der Patienten gefunden, anhand dessen wir sagen können, ob ein Patient in zehn Jahren noch gut zu Fuß ist oder auf welche Therapie er anspricht", sagt der Neurologe dem Bericht zufolge. So wird MS nicht ohne Grund auch "Krankheit mit den 1.000 Gesichtern" genannt: "Die Krankheit (…) ist in Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg von Patient zu Patient so unterschiedlich, dass sich allgemeingültige Aussagen nur bedingt machen lassen", wie der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V. (dmsg) informiert.

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Multiple Sklerose (MS) - wie sich die MS-Therapie verbessert hat

Der Neurologe erklärt in dem Bericht auf Focus Online, warum heute trotzdem viele MS-Patienten hoffnungsvoll in die Zukunft blicken können. 80 bis 85 Prozent aller MS-Patienten leiden unter einer schubartigen Verlaufsform, heißt es in dem Bericht. Bildet sich eine neue Entzündung im Gehirn oder im Rückenmark, äußert sich das durch einen Schub, der mit Symptomen wie Seh-, Sprech-, Geh- und Gefühlsstörungen* einhergeht.

Bei der schubförmigen MS finden also große Entzündungsprozesse in Hirn und Rückenmark statt. "Die Medikamente, die wir den Betroffenen geben, wirken hervorragend gegen die Entzündung. Im Vergleich zu den anderen Verlaufsformen der MS ist bei der schubförmigen der Therapieerfolg am größten", wird der Neurologe in dem Bericht zitiert.

Die ersten Therapieoptionen kamen, wie es darin außerdem heißt, schon in den 90ern auf den Markt - während es zuvor nur Medikamente gegen die Symptome gab. "Seitdem hat es eine Blüte an neuen, innovativen Therapien gegeben: Antikörpertherapien, Tabletten, Injektionen, Infusionen. Heute haben wir verschiedenste Immuntherapien zur Verfügung, die wir je nach Verlaufsform und dem individuellen Patientenprofil einsetzen können", kommt der Neurologe hier zu Wort.

Aber auch zur Behandlung der schleichenden Verlaufsformen sind mittlerweile zwei Medikamente auf dem Markt, die Gehfähigkeit und Motorik der Patienten verbessern und der Müdigkeit entgegenwirken, wie Focus Online auch berichtet. "Eine weitere Verschlechterung der Erkrankung können sie zumindest verzögern."

Quellen: Focus Online, www.dmsg.de

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Ins Bewegungsbad dürfen Patienten während der Reha erst, wenn die Wundheilung nach der OP abgeschlossen ist. Foto: Oliver Krato
Ins Bewegungsbad dürfen Patienten während der Reha erst, wenn die Wundheilung nach der OP abgeschlossen ist. © Oliver Krato
Nur wenn eine Operations-Wunde sich entzündet, ist die Reha erst einmal ausgeschlossen. Ansonsten sollten die Mediziner dem Patienten ein passendes Konzept erarbeiten. Foto: Oliver Krato
Nur wenn eine Operations-Wunde sich entzündet, ist die Reha erst einmal ausgeschlossen. Ansonsten sollten die Mediziner dem Patienten ein passendes Konzept erarbeiten. © Oliver Krato
Nach großen Eingriffen kommt man nach dem Krankenhaus in der Regel in die Reha - dort soll unter anderem die Muskulatur wieder aufgebaut werden. Foto: Oliver Krato
Nach großen Eingriffen kommt man nach dem Krankenhaus in der Regel in die Reha - dort soll unter anderem die Muskulatur wieder aufgebaut werden. © Oliver Krato
Prof. Paul Schönle ist Mitglied der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation und Ärztlicher Direktor der Maternus-Klinik für Rehabilitation in Bad Oeynhausen. Foto: Oliver Krato
Prof. Paul Schönle ist Mitglied der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation und Ärztlicher Direktor der Maternus-Klinik für Rehabilitation in Bad Oeynhausen. © Oliver Krato
Die Reha muss an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden, ist Prof. Paul Schönle, Ärztlicher Direktor der Maternus-Klinik für Rehabilitation in Bad Oeynhausen, überzeugt. Im Zweifel beginnt sie eben im Liegen. Foto: Oliver Krato
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Manch einer ist nach einem Eingriff in der Reha noch nicht fit genug für die Anwendungen. Dann startet man langsamer, erklärt Prof. Paul Schönle, Ärztlicher Direktor der Maternus-Klinik für Rehabilitation in Bad Oeynhausen. Foto: Oliver Krato
Manch einer ist nach einem Eingriff in der Reha noch nicht fit genug für die Anwendungen. Dann startet man langsamer, erklärt Prof. Paul Schönle, Ärztlicher Direktor der Maternus-Klinik für Rehabilitation in Bad Oeynhausen. © Oliver Krato

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