Mythos oder Wahrheit

Kann man durch Gürtelrose sterben?

+
Ein nerviger Juckreiz ist nur der Anfang einer Gürtelrose: Zum bald brennenden Schmerz gesellen sich nach etwa drei Tagen Bläschen und Pusteln hinzu.

Im Volksmund heißt es über die Gürtelrose: "Wenn sie sich schließt, stirbt man". Ist dieser Glaube bittere Realität oder nur ein angsteinfößendes Ammenmärchen?

Über manche Krankheiten gibt es angsteinflößende Geschichten. "Wenn sich die Gürtelrose schließt, stirbt man" ist so eine. Aber stimmt das eigentlich? "Quatsch", sagt Prof. Torsten Zuberbier von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Charité Berlin.

"Meist bildet die Gürtelrose sich gar nicht im Gürtelbereich, sondern über den Körper verteilt, oft auch im Gesicht", erklärt Zuberbier. Noch etwas spricht dagegen: "Normalerweise tritt die Gürtelrose immer einseitig auf. Dass sie sich kreisrund schließt, ist ein Mythos."

Eine Gürtelrose beginnt meist mit einschießenden Schmerzen, die kurz andauern und wieder nachlassen. "Hinzu kommen kleine gruppierte Bläschen auf rotem Grund", erklärt Zuberbier. Im Prinzip ist die Gürtelrose ein Neuaufflammen der Windpocken. "Wenn der Immunstatus leicht beeinträchtigt ist, werden die in den Nervenbahnen des Rückenmarks oder im Gehirn verbliebenen Viren wieder aktiv."

Behandelt wird die Gürtelrose mit Virustatika

"Je früher man zum Arzt geht, desto besser." Denn wer sich nicht behandeln lässt, dem drohen Nervenschmerzen, die über zwei Jahre andauern können. Tödlich verläuft die Gürtelrose allerdings nur in sehr seltenen Ausnahmefällen - etwa bei schweren Vorerkrankungen.

dpa/tmn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.