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„Deutliche ansteckender“: Ausbreitung von Omikron-Subtyp BA.2.12.1 besorgt Experten

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Von: Isabel Wetzel

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In den USA breitet sich momentan eine neuer Omikron-Subtyp des Coronavirus aus. Karl Lauterbach warnt auch bereits vor der hochansteckende Variante BA.2.12.1.

New York – Der dritte Corona-Sommer steht vor der Tür und noch immer scheint das Virus nicht unter Kontrolle. Während in Deutschland und vielen anderen Ländern die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert werden, steigen die Fallzahlen immer wieder auf Rekordwerte. Immer wieder werden neue Virusvariante entdeckt. Nachdem die hochansteckende Omikron-Variante bereits vor mehreren Monaten Delta als dominierende Variante abgelöst hat, breiten sich mittlerweile schon zahlreiche Subtypen von Omikron in Deutschland, Europa und weltweit aus.

Nun dringen aus den USA erste Meldungen über einen weiteren Omikron-Subtyp nach Deutschland. Vor allem in New York ist Berichten zufolge inzwischen die Corona-Variante BA.2.12.1 auf dem Vormarsch. Das bestätigt auch die US-Gesundheitsbehörde CDC („Centers for Disease Control and Prevention“). Demnach mache die neue Sublinie aktuell rund ein Fünftel aller neuen Corona-Fälle in den USA aus. Die Behörden befürchten daher, dass BA.2.12.1 noch ansteckender ist, als die in Deutschland derzeit vorherrschende Variante BA.2. Konkret rechnet die Gesundheitsbehörde in den Vereinigten Staaten damit, dass der neue Subtyp rund 25 Prozent ansteckender ist, als BA.2. Erstmals tauchte die Variante dort am 24. Januar 2022 auf und verbreitet sich seitdem immer schneller.

Auf dieser vom US-Forschungszentrum „National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ (NIAID) zur Verfügung gestellten Aufnahme ist eine Zelle (rot) mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2, gelb) infiziert.
In den USA ist eine neue, hochansteckende Subvariante von Omikron auf dem Vormarsch. (Symbolbild) © Niaid/dpa/Europa Press

Omikron-Variante: WHO warnt vor Corona-Varianten BA.4 und BA.5

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die globale Entwicklung von Corona-Virusvarianten beobachten, haben nach einem CNN-Bericht bereits 21 Subtypen von Omikron BA.2 gefunden. Darunter sind zahlreiche Mutationen mit geringer Tragweite, die sich nicht gegen die vorherrschenden Varianten durchsetzen. Erst vor wenigen Tagen (11.04.2022) teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass mit BA.4 und BA.5 zwei weitere Omikron-Subtypen als „besorgniserregend“ eingestuft wurden und fortan unter Beobachtung stehen.

Da bislang aber nur wenige Fälle der beiden Sublinien aufgetreten sind, kündigte das Robert Koch-Institut (RKI) an, die Varianten zwar beobachten zu wollen, sie jedoch nicht gesondert auszuweisen und weiterhin unter der Omikron-Variante BA.2 zu führen.

In Großbritannien wurden hunderte Fälle der neuen Corona-Viruskombination „XE“ gemeldet.

Umso besorgniserregender ist die aktuelle Entwicklung in den USA. Nach Schätzungen der CDC machen die Ursprungsvariante BA.2 und der neue Subtyp BA.2.12.1 einen Großteil aller Corona-Infektionen im Land aus – zusammen etwa 93 Prozent (in der Woche vom 11. bis 17. April). BA.2.12 und BA.2.12.1 haben BA.2 vor allem im Bundesstaat New York, aber auch in anderen Regionen, bereits überholt und zu einem deutlichen Anstieg der Covid-19-Fälle und der Krankenhausaufenthalte geführt.

Woche bis DatumAnteil BA.2.12.1 an Corona-Fällen in den USA
5. März 2022 (KW 9)0,1 Prozent
12. März 2022 (KW 10)0,4 Prozent
19. März 2022 (KW 11)1,5 Prozent
26. März 2022 (KW 12)3,3 Prozent
2. April 2022 (KW 13)6,9 Prozent
9. April 2022 (KW 14)11,4 Prozent
16. April 2022 (KW 15)19,0 Prozent

Quelle: CDC Monitoring

Omikron-Subtyp BA.2.12.1: Was ist über die Corona-Mutation bekannt?

Die US-Behörden warnen vor allem wegen der deutlich erhöhten Ansteckungsgefahr vor den neuen Sublinien. Das Gesundheitsministerium forderte die Menschen laut CNN auf, „schnell zu handeln“, wieder Schutzmasken zu tragen und gegebenenfalls eine Auffrischungsimpfung vorzunehmen. Gerade die schnelle Ausbreitung in New York zeige, dass die Subtypen BA.2.12 und BA.2.12.1 gut darin sind, die Immunabwehr zu überwinden. Dr. Daniel Griffin, Arzt und Forscher am Columbia University Medical Center, erklärte, dass die Mehrheit der Menschen in New York bereits geimpft und/oder genesen sei. „Was wir also sehen, sind Reinfektionen“, so Griffin.

Die Mutationen seien besonders beunruhigend, weil sie Teile ihrer Spike-Proteine an mehreren Schlüsselstellen ausgetauscht haben. „Diese Mutationen ermöglichen es dem Virus, schneller in die Zellen einzudringen, und tragen auch dazu bei, Antikörperreaktionen zu umgehen, die durch Impfungen oder Infektionen ausgelöst werden“, sagte Andy Pekosz von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health.

Omikron-Subtyp breitet sich in den USA aus: Wirkt die Corona-Impfung?

Da die Omikron-Variante BA.2.12.1 noch relativ jung ist, gibt es bislang keine Anhaltspunkte dazu, ob durch die Mutationen schwerere Covid-19-Erkrankungen ausgelöst werden, oder wie wirksam die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe sind. Studien zur Wirksamkeit der Corona-Impfung bei der Ursprungsvariante BA.2 deuten aber darauf hin, dass eine Infektion zwar auch mit vollständigem Impfschutz und Boosterimpfung möglich ist, dass der Schutz vor einer schweren Erkrankung aber dennoch sehr gut ist.

Corona-Variante BA.2.12.1: Karl Lauterbach warnt vor neuem Subtyp

In Deutschland hat das RKI bislang keinen Fall der Omikron-Variante BA.2.12.1 bestätigt. Dennoch warnt auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits vor dem neuen, offenbar hochansteckenden Subtyp. Lauterbach schrieb auf Twitter, dass Deutschland durch die stetige Überwachung neuer Varianten und die Anpassung bestehender Impfstoffe zwar „gut vorbereitet“ sei, man aber dennoch wachsam bleiben müsse. „Niemand hört das gerne, aber es ist so: Das Coronavirus bleibt unberechenbar“, so Lauterbach. (iwe)

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