Fit wie die Neandertaler

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Fit wie die Neandertaler: Was wir von unseren Urur-Vorfahren lernen können,

Die Menschen der Eiszeit werden zum Vorbild für den modernen Menschen: Durch gezielte Bewegung und Ernährung können wir Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Demenz und Alterungsprozessen vorbeugen.

Warum Bewegung so gesund ist

  • Bewegung erhält und vermehrt die Muskelmasse. Die Umwandlung von zwei Kilo Fett in Muskeln erfordert beispielsweise eine Kalorienmenge, durch die der Körper alternativ zehn Kilo Körperfett erzeugen würde.
  • Bewegung bremst den Alterungsprozess.
  • Bewegung senkt den Blutdruck,weil sie die Spannung der Gefäße verbessert. Dann sinkt der Strömungswiderstand des Blutes, der Blutdruck wird erniedrigt.
  • Bewegung verringert das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Sie kann die Arterienverkalkung verlangsamen. Sie hält auch das Blut flüssig und verringert die Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln.
  • Bewegung senkt das Diabetesrisiko, weil unter körperlicher Belastung die „Insulinantennen“ der Körperzellen besser ansprechen und dadurch der Zucker aus der Nahrung optimal verwertet wird.
  • Bewegung kann vor Brustkrebs und anderen Krebsformen wie Darmkrebs schützen.
  • Bewegung setzt wichtige Reize für die Stärkung der Knochen durch Einbau von Kalzium, Phosphor und Magnesium.
  • Bewegung stärkt das Immunsystem. Das Abwehrsystem von Ausdauersportlern funktioniert um 30 bis 50 Prozent wirksamer und schneller als das von Menschen, die sich wenig bewegen.
  • Bewegung erhöht die Leistungsfähigkeit der Gehirnzellen, die Lernfähigkeit und Konzentration.
  • Bewegung regt Gehirnbotenstoffe an, die Gefühle von Zufriedenheit und Glück vermitteln.

Was am meisten an den Kalorien zehrt

Art der Bewegung Kalorienverbrauch (in kcal/30 min)

Rad fahren (schnell bis 25 km/h) 360

Schwimmen (Kraul) 330

Skilanglauf (schnell) 330

Brustschwimmen 330

Joggen (7 km/h) 300

Mountainbiken 300

Bergsteigen 290

Skilanglauf (moderat) 285

Tennis 275

Schnee schippen 250

Inlineskaten 250

Treppen steigen 240

Nordic Walking 210

Bergwandern 210

Rad fahren (langsam bis 15 km/h) 210

Walken 175

Tischtennis 165

Wandern 160

Holz sägen 155

Laub rechen 120

Holz hacken 115

Fenster putzen 100

Bügeln 90

Spazierengehen 90

Bereits Turnvater Jahn hat es gepredigt und neueste Untersuchungsergebnisse bestätigen es: Bewegung ist für den Erhalt der Gesundheit mindestens ebenso wichtig wie vernünftige Ernährung. Sport ist die wichtigste Voraussetzung für ein normales Funktionieren aller menschlichen Organe – von den Muskeln über Magen, Nieren und Darm, Herz und Kreislauf bis zum Gehirn. Unter dem Titel „Fit wie in der Steinzeit” schrieb das Magazin „Der Spiegel” in einer Titelgeschichte: „Nachweislich vermag nur regelmäßige körperliche Aktivität den biologischen Altersprozess aufzuhalten“.

Evolutionsmediziner, die sich mit der Entwicklung des Menschen seit der Zeit des Neandertalers befassen, behaupten: Nur wer sich ähnlich viel bewegt wie unsere Urur-Vorfahren, der bleibt gesund. Weil unsere Organe sich seit der Eiszeit in der relativ kurzen Zeitspanne von rund 50 000 Jahren noch längst nicht einer bewegungsarmen Welt voller Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, Kochsalz, fetter Fleischgerichte und Fluten von Alkohol angepasst haben. Der Mensch funktioniert demnach am besten noch wie ehedem: mit einer Nahrung aus Pflanzen, Früchten, Beeren, Nüssen, magerem Fleisch und einem Bewegungspensum, das beim Neandertaler angeblich zwischen 15 und 30 Kilometer lag.

Mit täglicher Bewegung kann sich deshalb der moderne Mensch fit und gesund halten. Viele der Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes sind neben der falschen Ernährung hauptsächlich der fehlenden Bewegung zuzuschreiben. Als Minimalanforderung sehen viele Wissenschaftler heute 30 Minuten moderate Bewegung am Tag an – etwa Walking oder Schwimmen. Denn im Körper eines jeden Menschen, der sich nicht täglich mindestens eine halbe Stunde lang ertüchtigt, herrsche ein Ausnahmezustand.

Sportwissenschaftler in Wien haben eine Reihe von Sportarten nach ihrem „Gesundheitsfaktor“ eingestuft und dabei sowohl die Verletzungshäufigkeit, als auch ihre gesundheitliche Wirkung auf Herz und Kreislauf sowie Beanspruchung möglichst umfangreicher Muskelgruppen berücksichtigt. Danach sind Nordic Walking, Schwimmen, Skilanglauf, Radfahren, Aerobic, Bergwandern, Tischtennis und Golf am empfehlenswertesten.

Ganz nebenbei hilft Bewegung auch den Risikofaktor Nummer eins, das krankhafte Übergewicht, zu vermindern. Die Tabelle unten gibt ein paar Beispiele, wie viele Kalorien in einer halben Stunde körperlicher Tätigkeit verbraucht werden. (obx-medizindirekt)

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