Neue Behandlungsmethoden ermöglichen Zahnimplantate auch bei Knochenproblemen

Eberhard Frisch

Bei mir will der Zahnarzt jetzt ein Implantat setzen, da ein Zahn schon seit einiger Zeit fehlt. Jetzt hat sich der Knochen aber schon zurückgebildet, für ein Implantat reicht er nicht mehr aus. Ich habe gehört, dass zum Wiederaufbau eine Knochentransplantation vorgenommen werden muss. Ist das wirklich nötig? Diese Frage von Gustav M. aus Kassel beantwortet der Hofgeismarer Zahnarzt Dr. Eberhard Frisch.

„Heutzutage ist es kein Problem, auch bei starkem Knochenabbau Implantate zu setzen, ohne eine langwierige und oft schmerzhafte Knochentransplantation vorzunehmen“, sagt Frisch. „Es ist möglich, den Knochen rund um das benötigte Implantat aufzubauen und in der gleichen Behandlungssitzung das Implantat einzupassen.“ Vor allem, wenn es sich um ein Implantat im seitlichen Oberkiefer handele, sei es gut möglich, durch ein Loch im Kieferboden Füllungsmaterial einzufügen, erklärt der Facharzt. So werde der Kieferboden angehoben und das Implantat könne gesetzt werden. Gleichzeitig mit der Einheilung des aufgefüllten Materials heile auch das Implantat ein.

Knochen aufbauen

Eine weitere Methode, die der Kinder-Schädel-Chirurgie entnommen ist, sei die Einfügung eines sich wieder auflösenden Materials, mit dessen Hilfe Knochen aufgebaut werden könne. Bei dieser Schalentechnik wird das Knochenersatzmaterial durch den Einsatz von Ultraschall verflüssigt und im Knochen verankert. Das Ersatz-Material sei gut verträglich und werde vollständig wieder abgebaut, erläutert der Zahnarzt. Auch bei dieser Methode müsse kein Knochen entnommen und verpflanzt werden und die Implantate könnten ebenfalls bei derselben Behandlung gesetzt werden.

„Bei beiden Methoden dauert es ungefähr drei Monate, bis das Implantat festgewachsen ist und der künstliche Zahn eingesetzt werden kann“, erklärt der Implantologe. „Je Zahn dauert eine Behandlung rund 30 Minuten, die nachfolgenden Schmerzen sind in den meisten Fällen mit wenigen Schmerztabletten unterdrückbar.“

In seltenen Fällen komme es durch die Bildung einer Weichgewebeschicht zwischen Implantat und Kieferknochen dazu, dass das Implantat nicht richtig anwächst, erklärt Frisch. Dieses Problem lasse sich durch Entfernen der störenden Gewebeschicht und durch das Einsetzen von etwas größeren Implantaten aber leicht beheben. Die Krankenkassen übernehmen keine Kosten für die Implantate, zahlreiche Versicherungen bieten zusätzliche Versicherungsmöglichkeiten an, die unterschiedlich hohe Kostenanteile übernehmen.

Mit unangenehmen Folgen haben Patienten zu rechnen, bei denen sich Entzündungen am Implantat bilden, die aufgrund mangelhafter Nachsorge oft erst sehr spät entdeckt werden. „Die Schäden sind dann meist erheblich“, sagt Zahnarzt Dr. Eberhard Frisch. „Ist dadurch das Zahnfleisch zurückgegangen - im schlimmsten Fall so weit, dass die Implantat-Schrauben zu sehen sind - oder der Knochen hat sich zurückgebildet, muss das Implantat entfernt, der Knochen wieder aufgebaut und ein neues Implantat gesetzt werden.“ Frisch rät daher unbedingt zur regelmäßigen Kontrolle von Implantaten durch den Zahnarzt. Sie sollten alle drei bis sechs Monate erfolgen. (pdb)

Kontakt:

Dr. Eberhard Frisch

Markt 3

34369 Hofgeismar

Tel. 05671 925029

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